2026-10-28T10:30:19+0000

Zwischen Schockstarre und Neustart

Die Nachricht vom Verkauf des Refinish-Geschäftes von AkzoNobel haben Management, Vertrieb, Kunden und Händler gleichermaßen geschockt. Die Meldung kam Ende letzter Woche über den News-Ticker von Reuters. Spekulationen gab es schon länger. [Heute berichten wir über den uns bekannten Stand der Dinge, nachdem wir mit Brancheninsidern über die Entwicklung der letzten Tage gesprochen haben. ](https://schaden.news/de/article/link/45274/akzo-nobel-muss-refinish-geschaeft-verkaufen) Die europäischen Kartellbehörden verlangen also einen Verkauf von Sikkens und Lesonal, erst dann kann es eine Fusion von AkzoNobel und Axalta geben. Ein krasser Vorgang, den es so in unserer Branche noch nie gab. Überraschend ist vor allem, dass die Verantwortlichen der Fusion die kartellrechtliche Forderung nicht schon längst auf dem Schirm hatten. Denn erst jetzt beginnt die Suche nach einem Käufer. Der Druck ist hoch, um den Zeitplan für den Zusammenschluss von AkzoNobel und Axalta Anfang kommenden Jahres noch einhalten zu können. Im Markt wird derzeit vor allem darüber spekuliert, wer jetzt zuschlägt. Am ehesten scheint Sherwin Williams in Frage zu kommen, die momentan sehr ambitioniert ihre Marke Ultra in Deutschland und Europa etablieren wollen, selbst aber nur über einen sehr geringen Marktanteil verfügen. Oder aber asiatische Lackhersteller verschaffen sich Zutritt zum europäischen Markt. Auch ein branchenfremder Finanz-Investor könnte Interesse haben. Wir werden sehen, wie die Sache ausgeht. Klar ist aber schon jetzt: Die Verunsicherung im Markt ist groß. Bei Vielen bleibt die Sehnsucht nach Stabilität und Kontinuität, die es künftig so wohl nicht mehr geben wird. Aktuell befinden sich große Teile der Lackindustrie eher zwischen Schockstarre und Neustart. Es kommt nun darauf an, schnell für Klarheit zu sorgen.