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2026-10-14T07:42:04+0000

Ersatzteilpreise steigen weiter: Seitenwand doppelt so teuer wie 2016

Ersatzteile für Autos sind erneut deutlich teurer geworden. Laut einer aktuellen Untersuchtung des Gesamtverbands der Versicherer (GDV) stiegen die Preise zwischen August 2025 und 2026 um durchschnittlich mehr als 4 Prozent. Bei einigen Bauteilen lag die Steigerung sogar bei mehr als 6 Prozent. Kostete ein Scheinwerfer im August 2025 beispielweise 1.251 Euro, waren es ein Jahr später bereits 1.330 Euro – ein Zuwachs von 6.3 Prozent. Im Zeitraum 2024 auf 2025 lag die prozentuale Steigerung etwas höher als im jetzigen Vergleichszeitraum – nämlich bei rund 6 Prozent. ## Seitenwand hinten: Von 593 Euro auf 1.187 Euro in zehn Jahren Drastischer fällt der Preisunterschied jedoch auf, wenn man den Zehn-Jahres-Vergleich des GDV heranzieht: Eine Seitenwand hinten kostete im Januar 2016 genau 593 Euro. Nun, zehn Jahre später, liegt der Preis bei 1.187 Euro und hat sich somit verdoppelt. Dass Ersatzteile wie Kofferraumklappen, Autotüren oder Motorhauben immer teurer werden, beobachten die Kfz-Versicherer nach Aussage des GDV seit Jahren. Die Preise steigen demnach deutlich schneller als die allgemeine Inflation. „Während die Inflationsrate in den vergangenen zehn Jahren im Durchschnitt bei 2,8 Prozent pro Jahr lag, haben Ersatzteilpreise mit durchschnittlich 5,9 Prozent pro Jahr etwa doppelt so stark zugelegt“, erklärt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen in der Pressemitteilung des Gesamtverbandes. Insgesamt habe der GDV die Preisentwicklung von 20 verschiedenen Ersatzteilen untersucht. Bei allen lag die jährliche Preisentwicklung im Zehnjahrestrend über der Inflationsrate. Die Prämien für Kfz-Haftpflichtversicherungen seien im selben Zeitraum – also Januar 2016 bis August 2026 - lediglich um 2,4 Prozent jährlich gestiegen. „Höhere Ersatzteilpreise führen zu teureren Reparaturen und somit zu höheren Schadenkosten. In den vergangenen Jahren stiegen die Kosten teilweise sogar so stark, dass die Schäden die Beitragseinnahmen überstiegen. In der Folge mussten Kfz-Versicherer die Prämien anpassen“, heißt es in der Pressemitteilung weiter. ## Designschutz als eine Ursache Als einen Grund für die hohen Ersatzteilpreise nennt der GDV den sogenannten „Designschutz“ der Autohersteller. Er umfasse nicht nur das Fahrzeug selbst, sondern derzeit auch sichtbare Ersatzteile wie Türen, Kotflügel oder Außenspiegel. „Wer ein entsprechendes Ersatzteil braucht, muss dieses häufig direkt vom Hersteller kaufen, so wird der Wettbewerb weitgehend ausgeschlossen“, ordnet der Verband die Lage ein. Eine geplante Reform des Designrechts, die eine EU-Richtlinie in nationales Recht umsetzen wird, könnte den Wettbewerb künftig stärken. Davon würden sowohl Versicherer, aber auch Verbraucher und Verbraucherinnen profitieren. ## Schadenkalkulations-Datenbank ist Basis der GDV-Untersuchung Für die jährliche Analyse der Ersatzteilpreise erheben Ingenieurinnen und Ingenieure, Statistikerinnen und Statistiker des GDV die Kosten in der Schadenkalkulations-Datenbank von Audatex. Die Untersuchung umfasst 38 Fahrzeugmodelle verschiedener Hersteller von Kleinwagen bis zu Modellen der oberen Mittelklasse.
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