2026-10-28T10:33:56+0000

Ohne Testlauf direkt in den Betrieb: Blanke setzt auf PaintGo, um Fachkräfte zu entlasten

Nach 25 Jahren begann im Karosserie- und Lackierzentrum Blanke in Bremerhaven vergangene Woche ein neues Kapitel. Der Betrieb feierte letzten Dienstag (21.10.) die Inbetriebnahme des Lackierroboters PaintGo und damit einhergehend auch die seiner zwei neuen Lackierkabinen. Die Blanke GmbH & Co. KG ist damit einer der ersten Betriebe in Deutschland, die einen Lackierroboter nicht nur zu Testzwecken, sondern fest in die betrieblichen Abläufe integrieren. Das Besondere: Geschäftsführer Stephen Tirre hat den PaintGo vorab nicht selbst in seinem Betrieb getestet. „Ich verfolge die Berichterstattung rund um Lackierroboter schon eine Weile und habe den PaintGo sehr intensiv und mehrfach beim Lackzentrum Stindt in Aktion beobachtet. Letztlich war ich davon überzeugt, dass es für uns das richtige System ist“, erklärt er im Gespräch mit schaden.news. ## Hebel gegen Personalengpässe und für mehr Effizienz Ende September startete der Umbau und die Modernisierung der Lackiererei. Denn für den Roboter sollte eine zweite Lackierkabine her. „Es war klar, dass – wenn wir einen Roboter integrieren – das nur mit einer zweiten Lackierkabine geht“, so der Geschäftsführer. Insgesamt investiert der Betrieb rund 350.000 Euro für die neue Kabine und den PaintGo. Für Stephen Tirre eine klare Investition in die Zukunft, vor allem mit Blick auf den weiter zunehmenden Fachkräftemangel. „Mit dem PaintGo wollen wir unser Team bei wiederkehrenden Lackierprozessen unterstützen und entlasten. So schaffen wir mehr Freiraum für anspruchsvolle Arbeiten und können Auftragsspitzen sowie Urlaubs- oder Krankheitszeiten besser auffangen.“ Zudem verspricht sich der Geschäftsführer weitere Vorteile durch die Automatisierung des Lackierprozesses. Neben gleichbleibender und reproduzierbarer Lackierqualität und mehr Prozesssicherheit rechnet Stephen Tirre auch mit reduzierten Durchlauf- und Kabinenzeiten und einem verringerten Materialeinsatz. Ob und wie schnell sich die gewünschten Effekte zeigen, bleibt natürlich noch abzuwarten. Nach der Inbetriebnahme muss sich die Zusammenarbeit mit dem Kollegen Roboter freilich erst einmal einspielen. ## Großes Interesse von Auftraggebern Dass sich der mittelständische Betrieb damit langfristig zukunftsfähig aufstellt, davon ist der Geschäftsführer dennoch fest überzeugt. Untermauert wird das auch von einem großen Interesse auf Seiten der Auftraggeber. Stephen Tirre hat seine Pläne bereits frühzeitig und sehr offen gegenüber Kfz-Versicherern, Schadensteuerern, regionalen Agenturen sowie Flotten und Autohäusern kommuniziert. „Das Interesse ist groß. Wenn wir etwas Routine und Erfahrung mit dem PaintGo gesammelt haben, werde ich die Auftraggeber einladen, um die Technologie zu besichtigen“, erklärt er seine Pläne gegenüber schaden.news. Bedenken, dass sich die Automatisierung langfristig negativ auf den Stundenlohn für Lackierarbeiten auswirken könnte, hat er nicht. Im Gegenteil: „Ich sehe eher die Vorzüge des Systems: Wir werden effizienter, erhöhen die Prozesssicherheit, werden mittelfristig auch mehr Aufträge abarbeiten können – und davon profitieren natürlich auch die Versicherer und ihre Kunden. Und genau das will ich ihnen auch vermitteln“, betont Stephen Tirre abschließend.
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