2026-10-28T10:35:54+0000

Fusion: AkzoNobel muss Refinish-Geschäft verkaufen

Vor knapp zwei Wochen wurde der neue Unternehmensname „Axanzo“ verkündet, jetzt wird klar, dass die Fusion von AkzoNobel und Axalta von einer für die Unfallreparatur-Branche gravierenden Bedingung der Kartellbehörden abhängt: AkzoNobel muss das Fahrzeugreparaturlackgeschäft in Europa verkaufen. Das bestätigte Greg Poux-Guillaume (CEO AkzoNobel) in einer Meldung der Nachrichtenagentur Reuters. Bisher gab es dazu keine öffentlichen Stellungnahmen, sondern nur Spekulationen. Außerdem muss Axalta sein nordamerikanisches Holzbeschichtungsgeschäft abgeben. Nur unter diesen beiden kartellrechtlichen Vorgaben scheint die Fusion tatsächlich zu Stande zu kommen. ## Wer könnte Sikkens und Lesonal übernehmen? Trotz der von den Aktionären beider Unternehmen bereits im August gebilligten Fusion, steht die Suche nach Interessenten für das Refinish Geschäft von AkzoNobel offenbar erst am Anfang. Denn Greg Poux-Guillaume bestätigte zwar die Anforderungen der Kartellbehörden, nannte aber keinen Käufer. Auch scheint der Umfang des Verkaufs nach Angaben von Brancheninsidern unklar. Eine zentrale Frage sei demnach, ob nur Vertriebsstrukturen, Markenrechte oder auch ganze Produktionsanlagen verkauft würden. Klar hingegen ist, dass die Europäische Kartellbehörde ihr Interesse an einem funktionierenden Wettbewerb im Lackmarkt durchsetzen werden. Im Klartext: Kein Verkauf, keine Fusion. In der Brüsseler Logik soll das Refinsih-Business von AkzoNobel wohl als Ganzes erhalten bleiben – ob nun unter den Markennamen Sikkens und Lesonal oder unter dem Namen einer ganz anderen Brand. Ein Verkauf an Lackhersteller mit großen Marktanteilen wie PPG oder Surventis halten Experten für ausgeschlossen, da die Übernahme zu einer marktbeherrschenden Stellung führen könnte. In der Branche wird daher darüber spekuliert, dass Sherwin Williams oder ein asiatischer Lackhersteller zugreifen könnte. Gerade Sherwin Williams wird ein starkes Interesse nachgesagt, weil der Marktanteil in Europa gering, die Ambitionen mit der neuen Marke Ultra aber groß sind. Zudem hatte der US-amerikanische Lackriese schon einmal ein Kaufinteresse an AkzoNobel angemerkt. Auch ein branchenfremder Konzern könnte mit dem AkzoNobel Paket in den Lackmarkt als neuer Player einsteigen. ## Fusion zu Axanzo weiterhin zum Jahresanfang 2027 geplant Nach wie vor geht Konzernchef Greg Poux-Guillaume davon aus, dass die Fusion von AkzoNobel und Axalta zu „Axanzo“ wie geplant bis Anfang 2027 abgeschlossen werden könne. Die Fusion steht jedoch weiterhin unter dem Vorbehalt der ausstehenden Genehmigung, deren Voraussetzung der Verkauf der oben genannten Geschäftsbereiche ist. In welchem Tempo es jetzt wirklich weitergeht, hängt nun davon ab, wie schnell AkzoNobel einen Käufer für Sikkens und Lesonal finden wird. Klar ist, dass die Verunsicherung bei Beschäftigten, Kunden und Händlern von Tag zu Tag immer größer werden dürfte – bis tatsächlich Klarheit darüber herrscht, wer das Reparaturlackgeschäft von AkzoNobel weiter führen wird.
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