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2026-11-04T09:48:22+0000

GDV klagt erneut über steigende Reparaturkosten

Erst kürzlich hatte der Gesamtverband der Versicherer (GDV) der Kraftfahrtsparte [einen leichten Stimmungsaufschwung bescheinigt](https://schaden.news/de/article/link/45258/gdv-ifo-konjunkturtest-zeigt-leicht-positiven-aufschwung-fuer-kfz-sparte). Nun jedoch bremst der Verband die zeitweilig entstandene positive Grundstimmung wieder aus: Wie bereits in in den Vorjahren, beklagt der Verband erneut die gestiegenen Reparaturkosten. Für das Gesamtjahr 2026 prognostiziert der GDV den Kfz-Versicherern nur ein knappes Plus. ## Erwartete Schaden-Kosten-Quote liegt bei 99 Prozent In einer aktuellen Pressemitteilung erklärt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen: „Ein durchschnittlicher Pkw-Sachschaden kostet die Versicherer inzwischen rund 4.600 Euro – etwa 70 Prozent mehr als 2017.“ Zum Vergleich: Die allgemeinen Verbraucherpreise erhöhten sich in diesen acht Jahren um 26 Prozent. Die durchschnittlichen Beiträge in der Kfz-Haftpflichtversicherung stiegen laut GDV im gleichen Zeitraum um 18 Prozent. Für 2026 werden die Kfz-Versicherer von jedem eingenommenen Euro voraussichtlich 99 Cent für Schäden und Kosten benötigen. Nach der aktuellen GDV-Hochrechnung werden die Leistungsauszahlungen in der Kfz-Versicherung 2026 um mehr als zehn Prozent auf rund 35 Milliarden Euro steigen. Die Beitragseinnahmen nehmen dagegen voraussichtlich nur um knapp sieben Prozent auf 41 Milliarden Euro zu. Für das Gesamtjahr erwartet der GDV somit eine Schaden-Kosten-Quote von 99 Prozent. „Damit dürfte die Kfz-Versicherung 2026 versicherungstechnisch nur knapp in den schwarzen Zahlen liegen. Die Hochrechnung basiert auf den Zahlen des ersten Halbjahres und geht davon aus, dass die Schäden durch Naturgefahren wie Sturm, Hagel und Überschwemmungen in diesem Jahr leicht unterdurchschnittlich ausfallen“, heißt es in der Pressemitteilung. ## Versicherer schieben Werkstätten den schwarzen Peter zu Als Ursache für die Kostensteigerung benennt der GDV erneut neben den [auch in diesem Jahr stark erhöhten Ersatzteilpreisen](https://schaden.news/de/article/link/45262/ersatzteilpreise-weiter-gestiegen-2025-2026) unter anderem die gestiegenen Stundensätze der Werkstätten – ohne allerdings auf die Ursachen dahinter einzugehen. Bereits in den vergangenen Jahren [hatte der Zentralverband Karosserie- und Fahrzeugtechnik (ZKF) die Schuld an den gestiegenen Werkstattkosten von sich gewiesen](https://schaden.news/de/article/link/44271/zkf-werkstaetten-sind-nicht-schuld-an-hoeheren-reparaturkosten). So würde der GDV bei seiner Betrachtung die Herausforderungen der Betriebe außer Acht lassen. Neben den gestiegenen Teilepreisen betreffe das in hohem Maße auch die höheren Kosten für Lack- und Verbrauchsmaterial. Insbesondere sind laut GDV die Stundensätze für die Repararatur von E-Fahrzeugen gestiegen. „Im vergangenen Jahr lagen sie im Durchschnitt etwa 15 Prozent über denen für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor“, heißt es in der Pressemitteilung. Auf Nachfrage von schaden.news begründet sich die Zahl laut GDV auf die hauseigenen Statistiken. [Die Prüforganisation DEKRA hatte vor rund zwei Jahren eine Studie zum Unterschied der Kosten bei Stromern und Verbrennern durchgeführt und war damals bei einer Differenz von zehn Prozent herausgekommen](https://schaden.news/de/article/link/44168/reparaturkosten-e-fahrzeuge-vs-verbrenner-analyse-dekra) – Kostentreiber waren demzufolge der teure Tausch der Hochvolt-Komponenten.
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