2026-08-26T09:45:27+0000

Neues BGH-Urteil: Schadentalk diskutiert Rechnungskürzung in Kasko

Aktuelle Branchenthemen stehen beim Schadentalk ganz weit oben auf der Agenda. Am 11. September trifft sich die Branche während der Automechanika, um über einschneidende Entwicklungen im Schaden Business und über gravierende Veränderungen in der Werkstattwelt zu diskutieren. Ein Thema rückt dabei aktuell in den Mittelpunkt der Vorbereitungen: Zwei Tage vor dem Schadentalk in Frankfurt, verhandeln die Richter des Bundesgerichtshofes (BGH) eine richtungsweisende Entscheidung zum Thema Rechnungskürzung im Kasko-Schadenfall. ## Top-aktuelle Diskussion zum Streitthema der Branche Den Hintergrund zur anstehenden BGH-Entscheidung erklärt Branchenanwalt und Talkgast Henning Hamann (Geschäftsführer der Kanzlei Voigt) gegenüber schaden.news: „Im Grunde geht es um eine Rechnungskürzung eines Kaskoversicherers von 389,01 Euro. Daraus ist eine Grundsatzfrage entstanden, die durch die Vorinstanzen jetzt beim BHG zur Entscheidung ansteht: Wer trägt im Kaskoschaden das sogenannte Werkstattrisiko?“ Im Haftpflichtschaden ist die Richtung klar unterstreicht Henning Hamann: „Beauftragt der Geschädigte eine Werkstatt, trägt grundsätzlich der Schädiger beziehungsweise der Haftpflichtversicherer das Risiko, dass die Werkstatt unnötige oder überhöhte Arbeiten abrechnet – sofern der Geschädigte selbst kein Verschulden trifft.“ Umstritten ist, ob dies auch im Kaskoschaden gilt. Am 9. September verhandelt der BGH diese Frage unter dem Aktenzeichen IV ZR 235/25. ## Die Folgen der Entscheidung des Bundesgerichtshofes beim Schadentalk in Frankfurt Je nach dem, wie das Urteil des BGH ausfällt, kann es zu weitreichenden Folgen für die Regulierung von Kasko-Schäden und die Schadensteuerung kommen. „Wenn die Verhandlung erste belastbare Hinweise liefert, können wir beim Schadentalk ganz aktuell darüber sprechen, welche Richtung sich beim Werkstattrisiko im Kaskoschaden abzeichnet – und was das für die Praxis bedeutet“, betont der Branchen-Rechtsanwalt. In dieser Talkrunde in Frankfurt werden auch Ulrike Thumm (Riparo), Dimitra Theocharidou-Sohns (SPN Service Partner Netzwerk), Martin Schneider (HUK-Coburg), Michael Wessels (BVSK) sowie Thomas Aukamm (ZKF) teilnehmen. ## Welche Themen stehen am 11. September außerdem auf der Agenda? Der Schadentalk in Frankfurt diskutiert unter dem Titel „Road to Future“ ganz verschiedene aktuelle Entwicklungen im Schaden Business. In der ersten Talkrunde sprechen Matthias Rolinski (Nachhaltige Kfz-Reparatur e.V), Mike Wolf (SATA), Axel Krüger (DAT), Arben Ndue (Solera Audatex AUTOonline) und Rainer Kühl (KTI) über Veränderungen durch Innovationen wie Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Robotik, technische Transformation und neue Standards für mehr Nachhaltigkeit in der Unfallschadenreparatur. In der zweiten Rund geht es um die Konsolidierung im Lackmarkt. In Frankfurt dabei sind: Stefan Oesterling (AkzoNobel), Dirk Sauer (Axalta), Hendrik Franke (Surventis | Glasurit) sowie Jochen Kleemann (PPG | Nexa Autocolor). In der dritten Runde geht es dann um die oben angesprochene BGH-Entscheidung, die Entwicklungen in der Schadensteuerung sowie die Auswirkungen der tiefgreifenden Veränderungen und der wachsenden Komplexität der Unfallschadenreparatur auf Werkstattwelt, Kfz-Versicherer, Sachverständige und Schadenmanagement.