2026-08-26T09:44:27+0000

Weniger Schäden, mehr Kosten: Mobilitätsdienstleister Ayvens zieht Bilanz

Steigende Reparaturkosten sind für den Unfallschadenmarkt keine neue Entwicklung. GDV, Versicherer und weitere Marktakteure weisen seit Jahren auf höhere Schadenaufwände hin. Die aktuelle Schadenbilanz des Leasing- und Fuhrparkmanagement-Anbieters Ayvens liefert nun weitere Zahlen aus dem Flottengeschäft: 2025 wickelte das Unternehmen mehr als 53.000 Kfz-Schäden mit Reparaturkosten ab. Während die Schadenhäufigkeit zwar zurückging, wurde der einzelne Schaden im Durchschnitt teurer. ## Vollkasko: Schadenaufwand steigt In der Vollkaskoversicherung ging die Zahl der Schäden durch unbekannte Verursacher beziehungsweise Vandalismus um mehr als fünf Prozent zurück. Die Zahl der Rangierschäden nahm hingegen um fünf Prozent zu. Mit einem Anteil von 24 Prozent liegen sie damit auf Platz zwei der häufigsten Schadenursachen. Konstant blieb die zusammengefasste Zahl der Schäden durch Kontrollverlust, Auffahrunfälle und Kollisionen. Ayvens führt in diesem Zusammenhang auch moderne Fahrerassistenzsysteme an, die unter anderem beim Abstandhalten, Spurwechsel und Rangieren unterstützen und dazu beitragen können, Unfallrisiken zu reduzieren. Beim Schadenaufwand zeigt sich allerdings eine andere Entwicklung: Der durchschnittliche Vollkaskoschaden stieg laut Ayvens von 1.764 im Jahr 2024 auf 1.969 Euro netto im Jahr 2025. Rückläufige beziehungsweise konstante Schadenzahlen führen damit nicht automatisch zu einem geringeren Aufwand pro Schadenfall. ## Teilkasko: Glasschäden bleiben häufigste Schadenart Noch deutlicher fällt die Entwicklung in der Teilkaskoversicherung aus. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der durchschnittliche Schadenaufwand von 1.367 auf 1.959 Euro netto. An der Spitze der Schadenstatistik stehen weiterhin beschädigte Fahrzeugscheiben. Gleichzeitig zeigt sich hier eine positive Entwicklung: Die Zahl der Scheibenaustausche sank 2025 um 3,8 Prozent, während die Zahl der Scheibenreparaturen um 13,6 Prozent zunahm. Der Unterschied beim Schadenaufwand ist erheblich. Nach Angaben von Ayvens kostet eine Scheibenreparatur durchschnittlich rund 113 Euro. Für einen Scheibenaustausch liegt der durchschnittliche Aufwand dagegen bei mehr als 1.030 Euro. Ayvens wertet die Entwicklung als Hinweis darauf, dass Prävention und eine frühzeitige Schadenmeldung zunehmend greifen. Wird ein Steinschlag rechtzeitig erkannt, kann in vielen Fällen eine Reparatur ausreichen, anstatt die komplette Scheibe auszutauschen. ## Technik und Arbeitskosten als Kostentreiber Die rückläufige Schadenhäufigkeit kann den steigenden Schadenaufwand nicht ausgleichen. Als Gründe für die höheren Reparaturkosten nennt Ayvens unter anderem die zunehmende Ausstattung moderner Fahrzeuge mit Kameras, Sensoren und Fahrerassistenzsystemen sowie gestiegene Arbeitskosten. Damit bestätigt die Ayvens-Bilanz eine Entwicklung, [die auch der GDV in einer Trendanalyse beschreibt.](https://schaden.news/de/article/link/45065/gdv-prognose-trotz-fas-bleibt-einspareffekt-bei-reparaturkosten-aus) Der Versichererverband kommt zu dem Schluss, dass Fahrerassistenzsysteme zwar dazu beitragen können, Unfälle zu vermeiden, die zunehmende technische Komplexität der Fahrzeuge aber gleichzeitig die Reparaturkosten erhöht. Hinzu kommen laut GDV steigende Preise für Ersatzteile und Werkstattleistungen sowie die Inflation. Selbst bei einer rückläufigen Zahl von Schäden sei deshalb langfristig kein entsprechender Einspareffekt bei den Reparaturkosten zu erwarten.