2026-07-08T09:23:51+0000

EB Lackierzentrum baut Standort Kubschütz aus: Mehr Durchläufe dank neuer Lackiertechnik

Viele Karosserie- und Lackierbetriebe in Ostdeutschland stehen derzeit vor einer ähnlichen Herausforderung: Die Werkstätten wurden kurz nach der Wiedervereinigung aufgebaut, die damalige Technik kommt heute vielfach an ihre Grenzen. Steigende Energiekosten, höhere Anforderungen an Effizienz und veränderte Betriebsstrukturen machen Investitionen notwendig. So auch im EB Lackierzentrum. Mit einer Investition von über 300.000 Euro wurde der Standort Kubschütz in diesem Frühjahr umfassend erneuert. Im Mittelpunkt stand die Modernisierung der mehr als 30 Jahre alten Lackieranlage. „Die Lackierkabine stammte noch aus den frühen 1990er-Jahren. Irgendwann war klar, dass wir investieren müssen, wenn wir den Standort langfristig weiterentwickeln wollen“, erklärt Geschäftsführer Robin Böhm. Der Unternehmer übernahm den Betrieb in Kubschütz im Jahr 2013. In den folgenden Jahren baute er das Unternehmen weiter aus und ergänzte den ursprünglichen Standort um Niederlassungen in Niesky und Bischofswerda. Mit der aktuellen Neuausrichtung konzentriert sich das EB Lackierzentrum künftig wieder auf zwei Standorte. ## Vier Wochen Ausnahmezustand Der Umbau fand im März statt. Währenddessen wurde der Betrieb in Kubschütz komplett stillgelegt. Die anfallenden Arbeiten verteilte das Unternehmen auf die Standorte Niesky und Bischofswerda. Gleichzeitig liefen die Modernisierungsarbeiten auf Hochtouren. „Wir haben die Lackiererei innerhalb von vier Wochen einmal komplett von links auf rechts gedreht“, berichtet Robin Böhm. Neben neuen Roll- und Brandschutztoren wurden der Boden, der Farbmischraum und die Heiztechnik erneuert. Herzstück der Modernisierung war jedoch die Lackieranlage, die gemeinsam mit dem langjährigen Partner WOLF auf den neuesten Stand gebracht wurde. Für die Planung und Umsetzung zeichnete Marco Zemann verantwortlich, Gebietsverantwortlicher von WOLF für die Region Ost. „Wir hatten einen festen Ansprechpartner, der das Projekt von Anfang bis Ende begleitet hat“, betont Robin Böhm. „Gerade weil wir den Standort nur vier Wochen schließen wollten, war diese enge Abstimmung enorm wichtig.“ ## Schnellere Prozesse im Werkstattalltag Bei der Modernisierung stand für den Unternehmer vor allem ein Ziel im Fokus: mehr Effizienz bei geringerem Energieverbrauch. Gemeinsam mit WOLF wurde die bestehende Kabine technisch grundlegend überarbeitet. Moderne Wärmerückgewinnung, eine bedarfsgerechte Steuerung und neue LED-Beleuchtung senken heute den Energieeinsatz. Gleichzeitig sorgt eine optimierte Luftführung dafür, dass
Wasserbasislacke schneller ablüften und trocknen. Unterstützt wird dieser Effekt durch das nachgerüstete Multi-Air-System, das die Luftbewegung in der Kabine verbessert und damit die Prozesszeiten verkürzt. Die Auswirkungen zeigen sich inzwischen deutlich im Werkstattalltag. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase laufen die Prozesse seit Mai stabil. „Früher haben wir vier bis fünf Kabinendurchläufe pro Tag geschafft. Heute liegen wir bei sechs bis sieben“, berichtet Robin Böhm. „Das bedeutet ein bis zwei zusätzliche Durchläufe täglich.“ Auch an anderer Stelle wurden kleine Zeitfresser eliminiert. Das neue vierflügelige Falttor erleichtert die Fahrzeugbewegungen erheblich. „Früher war die Einfahrt so eng, dass häufig ein zweiter Mitarbeiter zum Einweisen gebraucht wurde. Heute funktioniert das deutlich einfacher.“ Zudem profitieren die Mitarbeitenden von einem neuen Farbmischraum, einer verbesserten Absaugung und einer insgesamt moderneren Arbeitsumgebung. ## Standort für die Zukunft aufgestellt Während am Hauptstandort in Bischofswerda gesteuerte Schäden im Fokus stehen, konzentriert sich das sechs-köpfige Team in Kubschütz hauptsächlich auf das Autohausgeschäft – aber auch Unfallinstandsetzungen werden hier abgearbeitet. Mit der Modernisierung hat Robin Böhm zudem die Voraussetzungen geschaffen, die zusätzlichen Kapazitäten vom Standort Niesky nach dessen Schließung aufzunehmen. Neben den technischen Verbesserungen habe sich auch das Arbeitsumfeld spürbar verändert. „Die Arbeitsatmosphäre ist heute eine ganz andere als vorher“, sagt Robin Böhm. Nach seiner Einschätzung trägt die Modernisierung nicht nur zur Produktivität bei, sondern stärkt auch die Attraktivität des Standorts für die Mitarbeitenden. Für den Unternehmer ist die Modernisierung deshalb weit mehr als der Austausch einer Lackierkabine. Die Investition von über 300.000 Euro markiert einen wichtigen Schritt in der Weiterentwicklung des Unternehmens. „Natürlich war das ein großer finanzieller Aufwand“, sagt er. „Aber wir sehen jeden Tag, dass die Entscheidung richtig war. Die Prozesse laufen schneller, wir arbeiten energieeffizienter und der Standort ist für die Zukunft deutlich besser aufgestellt.“