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2026-07-01T08:56:57+0000

Gebrauchtteile: „Der Kunde muss wissen, das wird keine billigere Reparatur“

Der Einsatz von Gebrauchtteilen gewinnt im Kfz-Unfallschadenmarkt zunehmend an Bedeutung. Für Karosserie- und Lackierbetriebe sowie Entscheider der Branche bietet die Reparatur mit Used Parts eine Option, um flexibel auf Marktanforderungen zu reagieren. Doch wie schlägt sich der Einsatz im Werkstattalltag, und wie funktioniert die Beschaffung in der Praxis? Drei Betriebe teilen im schaden.news-Beitrag ihre Erfahrungen. ## Lieferengpässe überbrücken, Totalschäden vermeiden Frank Steinbreder führt gemeinsam mit seinem Bruder Michael die Werner Steinbreder GmbH mit zwei Standorten in Melle und Versmold. Mit rund 40 Mitarbeitenden arbeitet der Betrieb für Versicherer, Flotten und Privatkunden. Gebrauchtteile nutzt das Team bisher primär bei Lieferengpässen: „Allerdings nur in den Fällen, in denen es unmöglich ist, ein Neuteil zu beziehen und es sich dabei um ein nicht sicherheitsrelevantes Teil handelt“, erklärt der Betriebsinhaber. Ganz ähnlich sieht es Eugen Heidt, Inhaber von Heidt Fahrzeugtechnik in Bad Rappenau, der bis zu zehn Gebrauchtteile im Monat verbaut. Er sieht darin neben der Teileverfügbarkeit – er wartete einst ein Jahr auf eine Smart-Stoßstange – eine wichtige wirtschaftliche Komponente: „Zum anderen ist die Reparatur mit gebrauchten Teilen eine sinnvolle Alternative, verunfallte Fahrzeuge vor dem Totalschaden zu bewahren“, erklärt Eugen Heidt gegenüber schaden.news. ## Sichere Prozesse und klare Qualitätsstufen Um eine verlässliche Qualität zu garantieren, setzen Frank Steinbreder und Eugen Heidt ebenso wie Andreas Lau, Inhaber von Bosch Service Lau in Schönberg in Mecklenburg-Vorpommern, bei der Beschaffung konsequent auf die Plattform Claimparts. Das System filtert Verfügbarkeiten sowie Baujahre und unterteilt die Ware in die Qualitätsstufen A bis D. „Bei A sind keine zusätzlichen Arbeiten notwendig, um das Teil einzubauen. Ein Gebrauchtteil der Qualitätsstufe B weist leichte Kratzer auf, in der Kategorie C ist erhöhter Aufwand notwendig, um das Teil zu verwenden. Teile der Kategorie D weisen schon stärkere Schäden auf. Solche Teile nehmen wir nur, wenn sich wirklich gar keine andere Möglichkeit findet, Ersatz zu erhalten“, erklärt Frank Steinbreder. Eugen Heidt versucht, Teile direkt in der passenden Lacknummer zu bestellen, um Vorarbeiten zu minimieren – eine Retour musste er noch nie vornehmen. ## Zwischen Kundenkommunikation und rechtlichen Rahmenbedingungen Wirtschaftlich weicht die Reparatur laut den drei befragten Betriebsinhabern kaum vom Neuteileinsatz ab; nötige Nacharbeiten werden lückenlos dokumentiert und abgerechnet. Frank Steinbreder betont, dass die Kommunikation zum Kunden das A und O sei: „Das ist keine billige Reparatur und wir nutzen auch kein Teil vom Schrottplatz. Das müssen wir den Autofahrern klipp und klar vermitteln“, erklärt der Betriebsinhaber und fügt hinzu: „Aber dem Kunden kann man eben gleichzeitig auch mitteilen: Durch den Einsatz dieses Gebrauchtteils geht die Reparatur viel schneller, die Ausfallzeiten des Fahrzeugs verringert sich dadurch immens.“ Rechtlich darf das Gebrauchtteil nicht älter sein als das Fahrzeug selbst, wobei Frank Steinbreder relativiert: „Eine zwei Jahre alte Taxitür wurde sicher ungleich stärker beansprucht als eine fünf Jahre alte Tür eines Fahrzeugs, das nur wenig bewegt wurde.“ Angesichts der noch offenen Fragen im Markt sieht der Unternehmer sowohl ClaimParts als auch den BVdP als wichtige Gesprächspartner. Insbesondere, weil der Verband bereits frühzeitig zu klärende Fragen thematisiert und sich für einen sinnvollen Einsatz von Gebrauchtteilen starkgemacht hat, der in die Werkstattwelt passt. ## Großes Potenzial für die Zukunft des Schadenmarktes Dass beim Thema Used Parts noch Luft nach oben ist, bestätigt auch Betriebsinhaber Andreas Lau, der zudem Vorstand im Bundesverband der Partnerwerkstätten (BVdP) ist: „Wie viele Gebrauchtteile wir bei der Reparatur verwenden? – Noch viel zu wenig.“ Er ermuntere sein Team gezielt zur Nutzung, vor allem wenn Neuteile fehlen oder zu teuer sind. Bei den Bestellungen via ClaimParts läuft die Logistik laut Andreas Lau reibungslos: „Die Teile kommen immer in der georderten Qualität an. Und sie sind aufwändig verpackt, damit die Ware beim Transport keinen Schaden nimmt.“ Auch eventuelle Falschbestellungen ließen sich unkompliziert reklamieren. Andreas Lau ist überzeugt: „In der Reparatur mit Gebrauchtteilen steckt noch richtig viel Potenzial.“
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