2026-05-13T11:09:08+0000

BMW-Leitfaden konkretisiert Umgang mit verunfallten E-Autos

Mit einem neuen „Leitfaden für Abschleppunternehmen“ konkretisiert BMW den Umgang mit verunfallten elektrifizierten Fahrzeugen. Das Dokument [steht ab sofort im Aftersales Online System des Herstellers zur Verfügung](https://aos.bmwgroup.com/services/rescue-information/bmw/overview) und richtet sich gezielt an Abschlepp- und Bergeunternehmen. Hintergrund sind die anhaltenden Diskussionen um Sicherheitsrisiken bei beschädigten Hochvolt-Fahrzeugen. Wie schaden.news seit 2024 wiederholt berichtete, hatten insbesondere das KTI sowie verschiedene Verbände und Fachgremien immer wieder auf die fehlende gemeinsame Linie beim Umgang mit beschädigten Elektrofahrzeugen hingewiesen. [In der Praxis führte das bisweilen zu uneinheitlichen Vorgehensweisen sowie überzogenen Sondermaßnahmen.](https://schaden.news/de/article/link/44172/spiel-mit-der-angst-wie-gefaehrlich-sind-verunfallte-e-autos-wirklich) ## Klare Positionierung gegen pauschale Sondermaßnahmen Als Reaktion auf die Unsicherheiten im Markt hatten der VDA sowie zahlreiche Verbände, Institutionen und Berufsgenossenschaften Ende letzten Jahres einen [gemeinsamen Leitfaden zum Umgang mit verunfallten Elektrofahrzeugen veröffentlicht](https://schaden.news/de/article/link/44835/vda-handlungsempfehlung-verunfallte-e-autos). Das Dokument gilt inzwischen in vielen Bereichen als Orientierung für die Branche. BMW geht in seinem Dokument einen Schritt weiter und ergänzt die allgemeinen Empfehlungen um konkrete hersteller- und modellspezifische Hinweise für Abschleppunternehmen. Darauf weist das Kraftfahrzeugtechnische Institut (KTI) hin, das die Entwicklungen seit längerer Zeit beobachtet. Besonders relevant: BMW definiert klar, wann eine Quarantäne erforderlich ist – und wann nicht. Auf Seite 8 des Leitfadens heißt es sinngemäß, dass ohne Temperaturentwicklung an der Hochvolt-Batterie grundsätzlich keine Quarantäne notwendig sei. Zudem wird klar darauf verwiesen, dass auch bei eventuell erhöhter Temperatur der Hochvolt-Batterie zwei Mal täglich eine Messung erfolgen sollte, um die Temperaturentwicklung zu dokumentieren. Sobald diese stabil auf Umgebungstemperatur ist, kann das Fahrzeug nach 24 Stunden aus der Quarantäne entlassen werden. Damit positioniert sich der Hersteller deutlich gegen pauschale Sicherheitsmaßnahmen. Das Kraftfahrzeugtechnische Institut bewertet die Entwicklung als wichtigen Schritt hin zu mehr Transparenz und einheitlichen Prozessen. „Mit dem neuen Leitfaden schafft BMW mehr Klarheit und Praxissicherheit für Abschlepp- und Bergeunternehmen. Besonders wichtig ist aus unserer Sicht die klare Differenzierung, wann tatsächlich Maßnahmen wie eine Quarantäne erforderlich sind – und wann nicht bzw. wie lange die Maßnahmen anzuwenden sind. Das ist ein wichtiger Schritt hin zu nachvollziehbaren und verhältnismäßigen Prozessen im Umgang mit verunfallten Elektrofahrzeugen. Ich hoffe, dass weitere Hersteller sich ein Beispiel nehmen und eigene Unterlagen veröffentlichen“, betont Philipp Fuchs, Projektleiter E-Mobilität beim KTI. ## Fokus auf Einschätzung vor Ort Darüber hinaus beschreibt der BMW-Leitfaden wie beschädigte Fahrzeuge bewertet, transportiert und abgestellt werden sollen. Entscheidend sei die Einschätzung vor Ort, etwa anhand sichtbarer Schäden, Warnmeldungen oder thermischer Auffälligkeiten. Zudem enthält das Dokument Hinweise zum Umgang mit Hochvolt-Systemen und zur Kommunikation zwischen Abschleppern, Werkstätten und Herstellern.
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