2026-02-11T11:29:51+0000

Geführt, digital, dokumentiert: So funktioniert das CSC-Tool PRO von Hella Gutmann

Den immer umfangreicheren Prozess der ADAS-Kalibrierung heute und in Zukunft einfacher und reproduzierbar machen – das ist das Ziel von Hella Gutmann. In Erwitte präsentierte der Werkstattausrüster vergangene Woche deshalb sein neues, volldigitales Kalibriersystem „CSC-Tool PRO“. Gerade mit Blick auf den steigenden Verbau von Fahrerassistenzsystemen und die Entwicklung im Bereich autonomes Fahren steigt die Relevanz der fachgerechten und präzisen Kalibrierung der Kameras und Sensoren, wie Adnan Cemal, Geschäftsführer von Hella Gutmann Solutions, beim Presse-Event in Erwitte deutlich machte. Denn bereits kleinste Abweichungen können die Zuverlässigkeit der Systeme beeinträchtigen. ## „Herzstück eines intelligenten und vollständig vernetzten Ökosystems“ Mit dem CSC-Tool PRO, das nach Angaben von Hella Gutmann ab sofort für 15.500 Euro erhältlich ist, will der Werkstattausrüster die immer komplexeren Kalibrierprozesse sicherer und effizienter machen. Möglich werden soll das durch einen geführten Prozess, die Verknüpfung mit den mega macs-Diagnosegeräten und eine lückenlose Dokumentation. „Das CSC-Tool PRO ist weit mehr als nur ein Werkzeug – es bildet das Herzstück eines intelligenten und vollständig vernetzten Ökosystems“, so Hella Gutmann-CEO Adnan Cemal. Vor allem freie K&L- sowie Autoglasbetriebe, die täglich eine große Bandbreite an verschiedenen Fahrzeugmodellen in der Werkstatt haben, sollen durch das Tool unterstützt werden. Der geführte Workflow sorge für mehr Sicherheit und erhöht die Kompetenz im freien Markt, denn durch die genauen Anweisungen des Tools werden Fehler vermieden, betonte Mario Maaß beim Pressetermin. ## Vom analogen Werkzeug zum digitalen Prozess Über die technischen Neuerungen und den optimierten Prozess sprach schaden.news im Videointerview mit dem Technischen Trainer Christoph Salmen. „Wir haben den kompletten Ablauf digitalisiert – von der Fahrzeugauswahl über die Kalibration bis hin zur Dokumentation“, erklärt Christoph Salmen. Anstelle physischer Kalibriertafeln kommt ein 86-Zoll-Industriebildschirm zum Einsatz, auf dem alle erforderlichen OE-Targets digital dargestellt werden. Dank drehbarem Monitor können Targets sowohl horizontal als auch vertikal angezeigt werden – ein Vorteil, um unterschiedliche Herstellervorgaben flexibel abzubilden. ## Cloud-Anbindung und tagesaktuelle Daten Gesteuert wird das System über einen integrierten Panel-PC, der per WLAN mit den Servern von Hella Gutmann verbunden ist. „Wir haben alle Daten und Informationen, die
wir brauchen, tagesaktuell auf dem Panel-PC und können damit den gesamten Ablauf steuern“, so Salmen. Digitale Targets, neue Fahrzeugdaten und Software-Updates stehen damit kontinuierlich zur Verfügung. Für die Werkstatt bedeutet das: weniger manuelle Vorbereitung und ein standardisierter Ablauf. ## Integrierter Fahrwerk-PreCheck Ein zentrales Element des CSC-Tools PRO ist der Fahrwerk-PreCheck. Über ein integriertes 3D-Kamerasystem wird die Geometrie von Vorder- und Hinterachse überprüft, bevor der Kalibriervorgang gestartet wird. Abweichungen können so laut Hersteller frühzeitig erkannt werden. „Wir erfassen den aktuellen Zustand des Fahrwerks, um sicherzustellen, dass alles am Fahrzeug in Ordnung ist“, erklärt Christoph Salmen. Das soll Fehlkalibrierungen künftig vermeiden. ## Geführte Kalibration und Systemintegration Im Zusammenspiel mit Hella-Gutmann-Diagnosegeräten wie mega macs X oder mega macs S20 lassen sich die Funktionen des CSC-Tool PRO in einen durchgängigen Kalibrierprozess einbinden, wie der Technische Trainer im Video erklärt. Die Kalibration erfolgt dann geführt und teilautomatisiert – inklusive visueller Hinweise zur Ausrichtung. „Der Anwender bekommt immer die passende Hilfestellung und alle ausgeführten Schritte werden digital erfasst“, erläutert Salmen. Alternativ kann das System aber auch als Stand-alone-Lösung mit Fremd- oder OEM-Diagnosegeräten genutzt werden. ## Dokumentation als Nachweis Am Ende des Prozesses steht eine vollständige, druckfähige PDF-Dokumentation. Diese umfasst Fahrzeugdaten, Fehlerspeicherabfragen, Ausrichtung und Kalibrierergebnis. Für K&L-Betriebe bietet das nicht nur Transparenz, sondern auch Prozess- und Rechtssicherheit, wie der Hella Gutmann-Experte betont: „Die Werkstatt hat immer den Nachweis, dass alle Arbeiten nach Herstellervorgaben durchgeführt wurden.“