2026-02-11T11:34:50+0000

Teufelskreis oder Kreislaufwirtschaft?

Wird in der Branche über Nachhaltigkeit diskutiert, fällt häufig das Wort Kreislaufwirtschaft. Und die soll auch in der Unfallschadenreparatur künftig vorangetrieben werden, ganz konkret mit dem Einsatz gebrauchter Ersatzteile. Hier befeuert die jüngste Empfehlung des Deutschen Verkehrsgerichtstages in Goslar nun die Diskussion um Used Parts erneut. Es scheint aber so, als würde die Branche bei dieser Thematik irgendwie auf der Stelle treten. Eigentlich ist der Gedanke der Kreislaufwirtschaft und kosten- sowie ressourcenschonenderen Reparatur mit Gebrauchtteilen per se begrüßenswert – das betonen auch kritisch eingestellte Branchenvertreter und Experten. Dennoch bleiben, wie schon im vergangenen Jahr, viele Fragen rund um eine verlässliche Infrastruktur, konkrete Qualitätsstandards und nicht zuletzt die Klärung der Haftung offen. [Aspekte, die wir vergangenen Sommer bereits sehr intensiv beim Schadentalk im Web-TV diskutierten.](https://schaden.news/de/article/link/44604/web-tv-3-25-zusammenfassung-gebrauchtteile) Der Weg hin zu einer funktionierenden Prozesskette, mit der alle am Unfall beteiligten Parteien zufrieden sind, ist vermutlich noch weit. Ist die Diskussion also nun ein Teufelskreis oder der Anfang einer Kreislaufwirtschaft? Derzeit ist die Frage schwer zu beantworten. Hinzu kommt, dass gerade wieder ein neues Fass aufgemacht wird. Denn der Zentralverband ZKF kritisiert, die Zusammensetzung des Arbeitskreises, der sich in Goslar für mehr Gebrauchtteile in der Unfallschadenreparatur ausgesprochen hat. Hauptgeschäftsführer Thomas Aukamm rechnet unserer Redaktion vor, dass der Einfluss mit fast 40 Prozent Kfz-Versicherern und Teileverwertern als zahlenmäßig am stärksten vertretene Gruppe auf die Entscheidung wohl am größten war. Also, die Meinungen gehen bei dieser Thematik weiter auseinander, das zeigen auch [die Statements unterschiedlicher Marktteilnehmer, die wir für diesen Newsletter eingeholt haben.](https://schaden.news/de/article/link/44898/vgt-goslar-branche-nimmmt-stellung-zu-gebrauchtteilen) Sicher ist bis jetzt wohl nur eins: der Einsatz gebrauchter Ersatzteile wird die Unfallreparaturbranche wohl auch in diesem Jahr noch intensiv beschäftigen.
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