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2026-01-27T09:35:44+0000

DAT-Report 2026: Werkstatttreue trotz Kostendruck, E-Mobilität mit Rückenwind

Am Dienstag, 27. Januar, wurde in Berlin der DAT-Report 2026 vorgestellt. schaden.news hat in diesem Beitrag die wichtigsten Fakten aus den Kapiteln „Pkw-Halter als Werkstattkunde“ sowie „Antriebsarten“ zusammengefasst. ## Werkstattlandschaft: stabile Strukturen trotz leichter Rückgänge So zeigt sich die Werkstattlandschaft in Deutschland weiterhin robust, auch wenn sich die Zahl der Betriebe leicht reduziert hat. Im Jahr 2025 waren unter dem Dach des ZDK 13.950 Markenbetriebe organisiert, rund 100 weniger als im Vorjahr, sowie 21.830 freie Werkstätten, ein Rückgang um 150 Standorte. In der Verteilung der Arbeiten konnten die Markenbetriebe zulegen: 45 Prozent aller Werkstattaufträge entfielen auf sie, nach 43 Prozent im Jahr 2024. Freie Werkstätten kamen auf 35 Prozent und verloren damit leicht an Anteil. Dennoch bleibt die Bindung der Autofahrerinnen und Autofahrer an den Stamm-Betrieb ausgesprochen hoch. Neun von zehn Pkw-Haltern geben an, Wartungs- und Reparaturarbeiten stets in derselben Werkstatt durchführen zu lassen. Der Anteil jener, die die Werkstatt wechseln, liegt hingegen lediglich bei zehn Prozent – das unterstreicht einmal mehr die große Bedeutung von Vertrauen und gewachsenen Kundenbeziehungen. ## Wartung und Reparatur: weniger Termine, höhere Rechnungen Gleichzeitig verändert sich die Auslastung der Betriebe. Die Wartungshäufigkeit ging 2025 leicht zurück und sank von 1,03 auf 0,97 Wartungen pro Pkw. Demgegenüber stehen deutlich steigende Kosten: Mit durchschnittlich 542 Euro erreichten die Wartungsausgaben einen neuen Höchstwert und liegen damit 27 Prozent über dem Niveau von 2019. Wartungen wurden dabei häufiger in Markenwerkstätten durchgeführt, während sich mit zunehmendem Fahrzeugalter eine stärkere Verlagerung zu freien Betrieben zeigte. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei Reparaturen. Die Häufigkeit von Verschleißreparaturen sank auf ein Allzeittief von 0,35 Reparaturen pro Pkw, das Kostenniveau blieb jedoch stabil bei etwas über 600 Euro. Parallel dazu steigt der finanzielle Druck auf Fahrzeughalter. 58 Prozent berichten laut DAT von einer grundlegend veränderten Beziehung zur Werkstatt: Viele beschränken sich auf das Notwendigste, vergleichen Angebote intensiver oder greifen vermehrt auf DIY-Lösungen zurück. 59 Prozent wären zudem bereit, zur Kostensenkung funktionstüchtige Gebrauchtteile einbauen zu lassen. ## Unfallschaden: Werkstatt bleibt erste Adresse Diese Kostensensibilität zeigt sich auch im Falle eines Unfallschadens. 22 Prozent der befragten Pkw-Halter hatten 2025 einen Unfall, doch nur 57 Prozent ließen den Schaden tatsächlich reparieren. Die durchschnittlichen Reparaturkosten stiegen dabei deutlich auf 2.353 Euro – im Vorjahr lag der Wert bei 2.166 Euro. Für Geschädigte bleibt die Werkstatt dennoch der zentrale Anlaufpunkt: 35 Prozent suchten im Schadenfall zuerst ihren Betrieb auf. Unfallverursacher hingegen wenden sich überwiegend zunächst an ihre Versicherung, was die unterschiedlichen Prioritäten von Reparatur und Kostenabsicherung verdeutlicht. ## Digitalisierung: erwartet, aber nicht ausschlaggebend Im Zuge dieser Entwicklungen gewinnt die Digitalisierung an Bedeutung, ersetzt den persönlichen Kontakt jedoch nicht. Softwareprobleme treten insbesondere bei jüngeren Fahrzeugen zunehmend auf und werden häufig im Rahmen von Wartungsterminen behoben. Gleichzeitig können sich 62 Prozent der Befragten vorstellen, Unfallschäden per Smartphone zu dokumentieren und per App an die Versicherung zu senden. Dennoch bleibt der Wunsch nach persönlicher Betreuung dominant: Nur drei Prozent bevorzugen einen vollständig digitalen Schadenprozess, und auch bei der Online-Terminbuchung zeigt sich die Kundschaft weiterhin gespalten. ## E-Mobilität: Erfahrung schafft Offenheit Vor diesem Hintergrund lohnt der Blick auf die Antriebswende. Rund 30 Prozent der befragten Pkw-Halter sind bereits ein E-Fahrzeug gefahren. Diese Erfahrungen wirken sich spürbar auf die Einstellung aus: Fahrspaß und Alltagstauglichkeit werden von BEV-Erfahrenen deutlich positiver bewertet. Gleichzeitig bleiben Ladeinfrastruktur, Anschaffungspreis und die Batterie als Unsicherheitsfaktor zentrale Kritikpunkte. 74 Prozent der BEV-Nutzer bestätigen zudem den Einfluss der Witterung auf die Reichweite. Dennoch zeigt sich eine klare Trendwende: Mit 40 Prozent ist der Anteil derjenigen, die sich einen Umstieg vorstellen können, inzwischen höher als der Anteil der Skeptiker.
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