2026-10-07T09:30:25+0000

Deutsche Meisterschaft der Fahrzeuglackierer: Wie der Titel für Elena Artmann zum Karrieresprungbrett wurde

Etwas mehr als ein Jahr ist es her, dass Elena Artmann bei der Deutschen Meisterschaft der Fahrzeuglackierer in Hilden die Goldmedaille holte. Seitdem hat sich im Leben der jungen Frau einiges getan. ## Drei Deutsche Meister unter einem Dach Seit April arbeitet die 23-Jährige als Fahrzeuglackiererin in der Lackiererei Hofer im bayerischen Eggenfelden. Das Besondere daran: in dem Betrieb sind gleich drei Deutsche Meister tätig. Denn Geschäftsführer Johannes Brandl stand 2019 selbst auf dem Siegertreppchen ganz oben und vertrat Deutschland 2023 auch bei den EuroSkills, wo er die Silbermedaille holte. Und auch der zweite Geschäftsführer Ulrich Hofer stand schon einmal auf dem Siegerpodest. Dass Elena Artmann nun zum Team gehört, ist kein Zufall. Johannes Brandl ist seit 2024 Teil der Jury der Deutschen Meisterschaft und erlebte Elena beim Wettbewerb in Hilden live in Aktion. Dabei fiel ihm auf, dass die Kandidatin viel Spaß am Design hatte – ein Bereich, der auch bei Hofer Lackierung eine wichtige Rolle spielt. „Als Geschäftsführer suche ich natürlich immer junge Leute mit Aufbaupotenzial, deshalb habe ich sie angesprochen“, erklärt er gegenüber schaden.news. ## „Ich würde jederzeit wieder teilnehmen“ Doch nicht nur aufgrund der neuen beruflichen Perspektive blickt Elena Artmann mit vielen positiven Erinnerungen auf die Deutsche Meisterschaft zurück. Auch die Kontakte mit den anderen Kandidatinnen und Kandidaten haben nachhaltig geprägt, mit einigen steht sie über Social Media weiterhin in Kontakt. Die größte Herausforderung während der drei Wettbewerbsaufgaben war für sie tatsächlich die Zeit, wie sie gegenüber schaden.news berichtet. „Hinzu kam, dass wir natürlich nicht in unserer gewohnten Arbeitsumgebung waren“, erklärt sie. Dass sie als Beste abschließen würde, hätte sie daher nie für möglich gehalten: „Bei der Siegerehrung wurden die Platzierungen nacheinander aufgerufen. Je weiter es nach vorne ging, desto sicherer war ich mir, dass sie mich vergessen haben“, erinnert sie sich. Die Freude war daher umso größer und rückblickend betont die junge Frau: „Ich würde jederzeit wieder teilnehmen, es war ein tolles Erlebnis.“ Übrigens: Als Erstplatzierte erhielt Elena Artmann u.a. einen Bildungsgutschein, den sie direkt für Meisterausbildung nutzte. Noch bis Dezember absolviert sie die Teile 3 und 4 in Vollzeit, um danach wieder bei der Lackiererei Hofer einzusteigen. ## „Jeder, der teilnimmt, ist schon ein Gewinner“ Auch Johannes Brandl weiß um die Bedeutung der Deutschen Meisterschaft: „Jeder, der teilnimmt, ist ja schon ein Gewinner und der oder die Beste im jeweiligen Bundesland. Und die Kontakte, die man beim Wettbewerb knüpft, sind in jedem Fall wertvoll und
hilfreich für die Zukunft.“ Zudem seien sowohl Teilnahme als auch Titelgewinn immer ein Aushängeschild für den Betrieb, das auch aktiv für die Ausbildungsakquise genutzt werden könne. Der 25-Jährige engagiert sich auch deshalb bewusst als Juror für den Wettbewerb. „Nachwuchs ist unser wichtigstes Gut im Handwerk und mir ist es wichtig, junge Menschen fachlich und persönlich zu fördern“, betont er im Gespräch mit schaden.news. Gleichzeitig verändert sich der Beruf. Die Anforderungen werden technischer, neue Verfahren und Technologien kommen hinzu. Auch die Wettbewerbsaufgaben wurden entsprechend weiterentwickelt und dem internationalen Niveau angepasst. Johannes Brandl will diese Entwicklung als Juror begleiten und zugleich dazu beitragen, den Wert der handwerklichen Ausbildung stärker sichtbar zu machen. ## Der Countdown für den nächsten Wettbewerb läuft Auch in diesem Jahr ist Johannes Brandl Teil der 6-köpfigen Jury. Vom 22. bis 25. November treten bei Nexa Autocolor in Hilden die besten Fahrzeuglackierer-Gesellinnen und Gesellen Deutschlands gegeneinander an. An zwei Wettkampftagen stehen unter anderem Reparatur- und Designlackierungen sowie die Gestaltung eines Miniatur-Automodells auf dem Programm. Erstmals wird außerdem der Kreativpreis „Die Gute Form“ vergeben. Damit erhält die Gestaltung des Carshapes neben der fachlichen Bewertung eine eigene Auszeichnung. Gleichzeitig dient der Wettbewerb als Vorbereitung auf die EuroSkills 2027 in Düsseldorf: Die Aufgaben orientieren sich bereits an den Anforderungen der Europameisterschaft. Die Teilnehmenden stehen erst nach den Ausscheiden auf Bundeslandebene fest. Klar ist aber schon jetzt: Neben der Chance auf den Titel dürfen sie sich vor allem auf neue Erfahrungen und Kontakte sowie möglicherweise den nächsten Schritt auf der Karriereleiter freuen. Elena Artmann ist das beste Beispiel.
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