Von
 
2026-09-09T16:18:52+0000

Mehr Effizienz im Werkstattalltag: Welche Impulse können Betriebe aus Frankfurt mitnehmen?

Der Kostendruck in der Branche wächst. Wie können Werkstätten ihre Effizienz langfristig erhöhen? Stellschrauben gibt es an verschiedenen Schritten des Reparaturprozesses. Die Ausrüster und Dienstleister auf der Automechanika zeigen dafür vielfältige Lösungen. schaden.news hat sich in Halle 11 umgesehen und einige Beispiele im Beitrag zusammengefasst. ## Mirka: I statt E im Fokus Im Caravan Competence Zelt des ZKF hat Hersteller Mirka seinen Messestand. Dabei ist die Lösung, die das Unternehmen präsentiert, nicht nur für die Reparatur am Caravan geeignet – aber auch. Denn Mirka hat anfang dieses Monats ein Reparaturset für die Kunststoffreparatur auf den Markt gebracht. „Das System zielt darauf ab, beschädigte Kunststoff-Bauteile wie Stoßfänger effizient zu erhalten, statt sie kostenintensiv auszutauschen“, erklärte Martijn Raaphorst, der das Plastic Repair Solution am ersten Messetag gemeinsam mit seiner Kollegin Kim Lepper vorstellte. Der wesentliche Unterschied des Systems im Vergleich zu Lösungen anderer Hersteller liege im direkten Verschweißen der Schadstelle. Statt auf aufwändige Klebeverfahren oder Klammern zu setzen, werde ein werkstoffgleicher Schweißstreifen – bei Stoßfängern meist Polypropylen – mittels Heißluftföhn thermisch mit dem Untergrund verbunden. Dieses Verfahren ermögliche eine effiziente Instandsetzung mit einer perfekt vorbereiteten Oberfläche für den Lackierer. Zu sehen ist die Plastic Repair Solution auf der Freifläche an Stand zwischen Halle 9 und Halle 11, Stand F11, A41. ## Folienspezialist: Näher dran am Verbraucher Effizienz durch Lösungen, die nah am Werkstattalltag entwickelt worden – das ist das Ziel des Folienherstellers Horn & Bauer. Dafür haben die Schwalmstädter in diesem Jahr ihren Stand auf der Automechanika komplett neu gedacht. „Wir zeigen durch unsere Produkte den klaren Mehrwert für den Betrieb und nehmen den Endverbraucher in der Werkstatt dabei stärker in den Fokus“, erklärt Key Accound Manager Oliver Obara. So hat das rund 15-köpfige Messeteam unter anderem die Kabinenfolie im Messegepäck, zudem eine WPF Felgenfolie in einer kleineren Abpackung, um auch auf Werkstätten einzugehen, die nur gelegentlich Felgen lackieren. Die Wondermask Recycled zur schnellen Abdeckung von Fahrzeugen sowie das Sitzschutzsystem Integral-5-in-1-System hat der Hersteller ebenfalls im Messegepäck. All die Lösungen für mehr Effizienz hat Horn & Bauer anschaulich auf einem Fahrzeug eingesetzt. Zu sehen am Messestand 11.1, D63. ## Schnellere Trocknung, passgenaueres Heben, effizientere Pistolenwäsche Am Stand von Hedson – mit den Marken Herkules, IRT und Drester – dreht sich ebenfalls alles um maximale Prozessoptimierung. Im Messegepäck dabei ist das IRT-Trocknungsgerät TCR 4-2, das der neue Vertriebsleiter Mark Hansing schaden.news am Messestand vorstellte: „Durch eines integrierten Kamerasystems sorgt das Gerät für eine
deutlich bessere Temperaturverteilung und sorgt damit für mehr Effizienz im Trocknungsprozess.“ Ergänzt durch eine präzise Radarabstandsmessung und eine Kombi-Kassette, die sowohl UV- als auch IR-Trocknung beherrscht, lasse sich das Gerät so einfach bedienen wie ein Smartphone. Zudem arbeite Hedson bereits daran, dass Vorgaben der Lackhersteller zur Trocknung künftig direkt an das Gerät übertragen werden können. Auch im Bereich der Hebetechnik gewährt Hedson spannende Einblicke: Neben der Präsentation der Hebebühne Airgomatic Pro 3513 im Maßstab 1:4 gibt es einen Sneak Peak auf das kommende Jahr – dann soll der Transmobil 3.0 erscheinen, der passend für alle neuen Airgomatic-Bühnen entwickelt wurde. Bei den Drester-Waschgeräten steht ebenfalls die Effizienz im Fokus: Eine optimierte Absaugung über den Rahmen sorgt nicht nur für bessere Umgebungsluft in der Werkstatt, sondern verringert auch den Verdünnungsverlust spürbar, was wertvolles Lösemittel spart. Einblicke in die effizienten Lösungen von Hedson gibt es unter anderem in Halle 11.1, Stand F20. ## Digitalisierung als Schlüssel für mehr Effizienz Bei PDR.cloud steht die durchgängige Digitalisierung als Schlüssel zu mehr Effizienz im Mittelpunkt – von der teilautomatisierten Kundenkommunikation bis zur individuell per Widget anpassbaren Startseite. Besonderer Fokus liegt auf der Prozessbeschleunigung durch Künstliche Intelligenz: „Wir haben uns intensiv der Entwicklung von KI-Lösungen gewidmet, und die Fortschritte sind rasant“, erklärt Markus Gstalder, Senior Sales Manager bei PDR.cloud. Das erweiterte KI-Modul bietet mittlerweile zehn neue Features, wie etwa die sogenannten Smart Docs zum automatischen Auslesen von Lieferscheinen und Fotos – so spare der Betrieb Zeit und sichere sich Marge. Ergänzt durch Telefonleitfäden für Quereinsteiger und einen KI-Planungscopiloten mit konkreten To-dos liege der Mehrwert für die Werkstatt in der vollständig datenbasierten Planung, vereinfachte Abläufe und mehr Zeit fürs Wesentliche. Mehr Infos gibt es an Stand 11.1, D47. ## Kamatec: Mit Stickstofftechnologie über Grenzen Lackieren mit Stickstoff als Effizienzbooster? Laut Kamatec, dem Hersteller für Stickstofftechnologie, lässt sich die Effizienz in Lackierbetrieben durch Einsatz des ION-7 deutlich erhöhen. Das erklären die Geschäftsführer, Elena Mühlfeld, Franz und Bastian Schnitzhofer, den Messebesucherinnen und -besuchern auch auf der Automechanika Frankfurt. So lasse sich durch die permanente Neutralisierung der elektrostatischen Ladung das Anziehen von Staubpartikeln auf dem Bauteil effektiv verhindern und somit Finish-Aufwand reduzieren. Zudem sorge die optimierte Oberflächenspannung für ein perfektes Ausströmverhalten des Lacks, was sich in spürbaren Materialeinsparungen von mindestens 15 Prozent beim Basis- und Klarlack bemerkbar mache. Auch die Ablüftzeiten verkürzen sich, was wiederum direkt Energie in der Kabine einspare. Seit diesem Jahr ist das Gerät förderfähig, hier unterstützt Kamatec laut Bastian Schnitzhofer die Werkstätten – auch darüber informiert das Team am Messestand. Ziel von Kamatec laut eigenen Angaben: Den ION-7 auch über die Grenzen Deutschlands hinweg weiter bekannt zu machen. Deshalb kooperieren sie seit kurzem auch mit dem Unternehmen Color Company. Zu finden sind beide Ausrüster am Stand 11.1, D12. ## Planso: Update mit KI-Funktionen im neuen Design Auch beim Software-Spezialisten PlanSo dreht sich auf der Messe alles um mehr Effizienz
im Betriebsalltag. Präsentiert werden das Release der Version PlanSo 29 mit einem neuen Designupdate sowie erweiterte KI-Funktionalitäten rund um die KI-Lösungen PlanSi und Carina. Bei letzterer handelt es sich um eine KI-gestützte Auftragserfassung, die nach einer automatischen Auftragsanalyse direkte Handlungsempfehlungen liefern und Betriebe dadurch bei ihren täglichen To-Dos entlasten soll. Werkstätten können dabei flexibel und modular entscheiden, welche Bausteine sie einsetzen möchten. Der vor Ort gezeigte Entwurf dient den Betrieben als praxisnaher Prototyp für die Werkstatt der Zukunft. „Besonders beim Handling für den User bieten wir durch diese neuen Lösungen Unterstützung für die Werkstatt“, betont Pablo Jülich von PlanSo, der am Messestand im Rahmen der Zukunftswerkstatt (11.0, C21) Besucherinnen und Besucher berät. ## TLA: Trocknungs-, Lackier- und Anlagensysteme für reibungslose Prozesse Beim Anbieter TLA Technik ist die Unterstützung der Werkstätten hinsichtlich der Effizienz ebenfalls ein großes Thema. Trocknungs-, Lackier- und Anlagensysteme speziell für K&L-Betriebe zeigt das Unternehmen in Halle 11.0, Stand 08. Am zweiten Messetag führten Markus Phillip und Bernd Hoffmann zahlreiche Gespräche mit interessierten Besucherinnen und Besuchern. ## KTI: Fachgerechter Umgang mit FAS & Sensorik Weniger um Effizienz, dafür umso mehr um die fachgerechte Reparatur geht's beim Kraftfahrzeugtechnischen Institut (KTI) am ZKF-Gemeinschaftsstand. Im Fokus steht in Frankfurt einmal mehr die Reparaturlackierung im Sensorbereich und die damit einhergehende Kalibrierung. Durch die GSR2-Verordnung, die seit Juli 2022 schrittweise neue, verbindliche Sicherheits- und Assistenzsysteme für Neufahrzeuge in Europa vorschreibt, steigt auch der Verbau von Kamera- und Sensortechnik. Umso wichtiger ist der fachgerechte Umgang mit diesen Systemen nach einem Unfall. Wie das KTI-Team im Gespräch mit schaden.news auf der Messe erklärt, gibt es je nach Hersteller, Modell und Sensorgeneration unterschiedliche Vorgaben für die Reparaturlackierung im Sensorbereich – diese werden jedoch nicht immer eingehalten, wissen die Reparaturforscher aus Erfahrung und vielen Gesprächen. Dass die nicht fachgerechte Beschichtung im Sensorbereich teils fatale Folgen für die Funktionsweise der Sensoren haben kann, hat das KTI in diversen Studien und Untersuchungen nachgewiesen – ebenso wie die nicht fachgerechte Kalibrierung. Worauf konkret zu achten ist, darüber können Fachkräfte aus Karosserie- und Lackierwerkstätten noch bis Samstag in Halle 11.1, Stand D64, mit den Experten des KTI sprechen.
Lesens Wert

Mehr zum Thema