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2026-07-22T08:14:47+0000

Nelly Edler lackierte den schnellsten Trabbi der Welt

Der schnellste Trabbi der Welt trägt ihr Design: Die Fahrzeuglackiererin Nelly Edler arbeitet als Gesellin bei Fahrzeugservice Urland in Strawalde in der Oberlausitz. Schon als junges Mädchen war der heute 20-Jährigen klar, dass sie gern ins Handwerk möchte. „Ich bin mit Autos und Motorrädern groß geworden, da stand ein Beruf in der Werkstatt für mich bereits sehr früh zur Debatte“, erzählt sie im schaden.news-Interview. ## Nach 20 Bewerbungen Umzug in die Oberlausitz für den Ausbildungsplatz Doch so einfach war es zunächst für sie nicht, einen Ausbildungsplatz zu bekommen. „Ich habe lange gesucht, mehr als 20 Bewerbungen an Betriebe in Dresden und Umgebung geschrieben. Doch viele haben sich gescheut, eine Frau einzustellen“, berichtet sie. Geklappt hat es letztendlich in der Autoklinik Bär im sächsischen Bannewitz. So ist sie für den Job in die Oberlausitz gezogen, hat sich dort durchgesetzt und ihre Lehre erfolgreich absolviert. Mehr noch: Bei den sächsischen Meisterschaften der Fahrzeuglackierer belegte sie den ersten Platz und qualifizierte sich somit für die Deutsche Meisterschaft im November bei Lackhersteller PPG in Hilden, wo sie als Zweitplatzierte auf dem Siegertreppchen landete. ## „Deutsche Meisterschaft war wichtige Erfahrung“ Der bundesweite Wettbewerb war für sie eine wichtige Erfahrung, erzählt Nelly Edler gegenüber schaden.news: „Ich habe viel dazu gelernt, was mich auch in meinem täglichen Job weiterbringt.“ Apropos Job: Bei ihrer täglichen Arbeit blüht Nelly Edler vor allem dann auf, wenn es um kreative Design-Lackierungen geht. So hat der Betrieb, in dem sie angestellt ist, sich auf die Gestaltung von Renntrabbis spezialisiert. Diese fahren dann bei lokalen Rennen mit. Eines der DDR-Fahrzeuge, ein rot-weiß gestreifter Trabant aus ihrer Lackierpistole, hat es in den vergangenen Jahren sogar zum Titel „Schnellster Trabbi der Welt“ geschafft. „Mein Job gibt mir einfach die perfekte Mischung aus Handwerk und Kreativität, da kann ich mich ordentlich ausleben“, erklärt die Fahrzeuglackiererin. Am liebsten spachtelt und schleift sie. Der Grund: „Ich sehe hinterher sehr schnell Ergebnisse.“ ## Gefragt: Durchsetzungsvermögen und Feingefühl fürs Handwerk Auch in modernen Zeiten sei es nicht für alle Menschen selbstverständlich, dass auch Frauen in der Lackierkabine Leistung bringen können, weiß Nelly Edler aus Erfahrung. „Vor allem ältere Herrschaften sind manchmal etwas erstaunt, wenn ich ihnen von meinem Job erzähle“, berichtet die Fahrzeuglackiererin. Dennoch ermuntert sie andere junge Frauen, diesen Beruf zu wählen: „Sie sollten sich nicht unterkriegen lassen. Wer handwerkliches Geschick, Ehrgeiz und Kreativität mitbringt, hat in diesem Beruf viele Perspektiven. Wichtig ist es, sich einerseits durchzusetzen und andererseits Feingefühl für die Tätigkeit zu haben.“ ## Nächstes Ziel: Meistertitel Für Nelly Edler ist die berufliche Laufbahn nach eigenen Angaben noch nicht abgeschlossen. Mit dem Vize-Sieg ist bei ihr auch der Wunsch entstanden, weiter zu lernen: „Den Meistertitel habe ich definitiv als Ziel vor Augen“, erklärt Nelly Edler abschließend.
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