2026-03-18T09:56:22+0000

„Nur Kooperation treibt die Digitalisierung der Branche voran“

_Im November 2025 gaben das Softwareunternehmen Solera Audatex AUTOonline und das Startup PDR.cloud ihre Zusammenarbeit bekannt. Die Kooperation sorgte für Überraschung in der Branche, könnte der Digitalisierung im Schadenmarkt aber auch mehr Dynamik verleihen. Im exklusiven Interview sprach schaden.news mit Nathalie Kirst (Solara) und Josua Bücher (PDR.cloud) über die Gründe der Kooperation und die gemeinsamen Pläne. ___Nathalie Kirst, Josua Bücher, Ende vergangenen Jahres habt Ihr eine strategische Zusammenarbeit zwischen Solera und PDR.Cloud vereinbart. Warum?___ __Nathalie Kirst:__ Der Schadenmarkt und hier vor allem die K&L-Betriebe setzen immer mehr auf durchgängige digitale Prozesse. Durch die Kooperation verbinden wir unsere etablierte Schadenkalkulation Qapter mit der cloudbasierten Lösung von PDR.cloud. Unser gemeinsames Ziel ist es die Karosserie- und Lackierbetriebe noch digitaler aufzustellen und einen medienbruchfreien Datenfluss von der Schadenmeldung bis zum Ende der Reparatur in einem transparenten Prozess bereitzustellen. __Josua Bücher:__ Wir sind in den letzten Jahren als PDR.cloud sehr stark gewachsen, wurden aber immer stärker begrenzt durch unsere Kapazitäten, gerade was das On-Boarding angeht. Ein System in einem Betrieb auszutauschen ist eben schon sehr zeitintensiv. Mit dem Sales Team von Solera erweitern wir jetzt unsere Möglichkeiten für die Implementierung unserer Systeme und bieten den Betrieben eine schnelle und dennoch sichere Einführung. Hinzu kommt, dass viele potenzielle Neukunden Daten von Audatex nutzen, unsere Kooperation erleichtert diesen Betrieben den Einstieg in PDR.cloud. ___Wie sieht die Kooperation eigentlich genau aus?___ __Josua Bücher: __Wir schaffen eine enge Zusammenarbeit der Teams bei den gemeinsamen Kunden, die einen zentralen Ansprechpartner für ihre Anliegen haben. Audatex Ansprechpartner können PDR cloud direkt vorstellen, die Bestellung von PDR.cloud ist direkt auch über Solera möglich. Aber – und das ist ganz wichtig – natürlich unterstützt unser Team weiterhin bei der Einführung und Umsetzung, auf die wir uns jetzt besser fokussieren können. __Nathalie Kirst:__ Die Kooperation hat Josua bereits gut beschrieben. Wir verfügen über ein starkes, etabliertes Netzwerk direkt vor Ort bei Werkstätten, Sachverständigen und Schadensteuerern – und genau dieses Netzwerk nutzen wir, um die Lösung gemeinsam in den Markt zu bringen. Das heißt, unsere Kunden erhalten nicht nur Zugang zu einer technisch integrierten Lösung, sondern auch eine persönliche Betreuung durch bekannte Ansprechpartner. Wir verbinden also die technologische Kompetenz von PDR.cloud mit unserer Marktpräsenz und unserer Nähe zum Kunden. Für die Betriebe entsteht dadurch ein echter Mehrwert: Sie bekommen die Lösung aus einer Hand, mit direktem Support, klaren Prozessen und einem Ansprechpartner, der ihre Anforderungen kennt. So wird Digitalisierung nicht theoretisch diskutiert, sondern ganz konkret im Alltag umgesetzt. ___Diese Art der Zusammenarbeit ist neu. Sehen wir hier die neue Welt der Digitalisierung? ___ __Nathalie Kirst: __Ja, tatsächlich ist uns auch in den vorangegangenen Gesprächen sehr klar geworden, dass nur ein kooperativer Ansatz die Digitalisierung der Branche wirklich vorantreibt und auf ein neues Niveau hebt. Nur eine stärkere Zusammenarbeit sorgt bei den Kunden für eine bessere und effektivere Verzahnung der verschiedenen Systeme, die letztendlich eine optimale Funktionalität sicherstellen. Das ist der richtige Weg.
__Josua Bücher:__ Es ist tatsächlich ein Weg in eine neue Welt der Kooperation. Denn die Digitalisierung läuft erst dann erst dann richtig rund, wenn wir die verschiedenen Systeme transparent und kooperativ miteinander kombinieren und aufeinander abstimmen. Dann eröffnen wir für unsere Kunden neue Möglichkeiten, indem wir auch von seitens der Anbieter effizienter arbeiten. ___Josua, arbeitet Ihr nun ausschließlich mit Solara zusammen oder ist PDR.cloud auch zu anderen Anbietern weiterhin offen?___ __Josua Bücher: __Ganz klar, unsere Plattform bleibt für alle Kalkulationsanbieter offen. Das war in der Vergangenheit so, das bleibt auch so. Derzeit bestehen Integrationen in Audatex, DAT und GT Motive. Die Offenheit unseres Systems ist natürlich auch deshalb wichtig, weil viele Betriebe mehrere Kalkulationssysteme parallel nutzen. Unsere Kunden sollen den für sie passenden Weg finden. PDR.cloud kann auch weiterhin unabhängig von Solera direkt über uns bezogen werden. ___Nathalie, wie passt PDR.cloud denn in Eure Qapter Produktwelt und wie erfolgt die Integration?___ __Nathalie Kirst: __PDR.cloud ergänzt unsere Qapter Produktwelt perfekt, weil wir damit den digitalen Schadenprozess konsequent bis in die Werkstatt verlängern. Während Qapter die Schadensteuerung und KI-gestützte Prozesse abbildet, sorgt PDR.cloud für die operative Umsetzung im Reparaturbetrieb. Die Integration erfolgt über klare Schnittstellen, sodass Schaden- und Kalkulationsdaten medienbruchfrei übergeben werden. So entsteht ein durchgängiger, effizienter End-to-End-Prozess ohne doppelte Datenerfassung. ___Welche Ziele habt Ihr Euch gesetzt und wo liegen die Vorteile für Eure Kunden?___ __Josua Bücher: __Wir setzen mit unserer Kooperation auch auf den kontinuierlichen Ausbau der technischen Integration. Unser Ziel ist die tiefere Systemintegration, sodass Nutzerinnen und Nutzer die Anwendungen ohne manuelle Zwischenschritte einsetzen können. Die Daten Sollen automatische zwischen den Systemen fließen, es soll weniger Medienbrüche geben. Damit steigern wir die Effizienz und schaffen können das wirklich Potenzial der Digitalisierung von Schadenregulierungsprozessen erschließen. Unsere Kunden haben darüber hinaus den Vorteil, dass Beratung sowohl über Audatex als auch über uns möglich ist. Sie bleiben bei ihrem vertrauten Ansprechpartner. __Nathalie Kirst: __Unser Ziel ist es, unseren Kunden echte Wahlmöglichkeiten zu bieten und sie bei ihrem individuellen Digitalisierungsgrad abzuholen. Unsere eigene Lösung Carisma bleibt selbstverständlich weiterhin Bestandteil unseres Portfolios. Gleichzeitig sehen wir im Markt Betriebe, die noch stärker digital und cloudbasiert arbeiten möchten – genau hier setzt PDR.cloud an. Für unsere Kunden bedeutet das: Sie können sich für die Lösung entscheiden, die am besten zu ihrer strategischen Ausrichtung passt. Durch die Integration in unsere Systeme profitieren sie in jedem Fall von durchgängigen Prozessen, weniger Medienbrüchen und einer höheren Effizienz im Schadenmanagement. Kurz gesagt: Wir erweitern unser Angebot, ohne Bewährtes zu ersetzen – und schaffen damit mehr Flexibilität und Zukunftssicherheit für unsere Partner. ___Wie werden sich die Anwendungen in K&L-Betrieben in nächster Zukunft in Bezug auf den Einsatz von KI weiterentwickeln?___ __Nathalie Kirst:__ Im Zusammenspiel von Qapter und PDR.cloud wird KI künftig noch stärker für durchgängige, automatisierte Prozesse sorgen. Qapter nutzt KI bereits bei der strukturierten Schadenaufnahme und Bildanalyse. Diese intelligent aufbereiteten Daten können nahtlos in die Werkstattprozesse von PDR.cloud übergeben werden. Für K&L-Betriebe bedeutet das: weniger manuelle Datenerfassung, schnellere Freigaben und eine bessere Planbarkeit von Reparaturabläufen. KI unterstützt dabei nicht nur die Kalkulation, sondern perspektivisch auch die Priorisierung von Aufträgen, die Teileidentifikation und die Prozesssteuerung im Betrieb. Kurz gesagt: KI wird vom punktuellen Tool zum integrierten Prozessbeschleuniger – von der ersten Schadenmeldung bis zur fertigen Reparatur. __Josua Bücher:__ Wir setzen bereits seit zwei Jahren KI-gestützte Funktionen ein. Derzeit weiten wir den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in unseren Anwendungen noch aus und sind mit einem völlig neuen Feature-Paket aktuell bei 30 Werkstattkunden im Pilotbetrieb. Das Rollout für alle Kunden von PDR.cloud ist in Kürze geplant. Mit dem Rollout wird dann auch unsere Telefon KI verfügbar sein. Grundsätzlich sehen wir schon jetzt, dass KI die Art der Interaktion mit Software verändert, die Anwendung wird intuitiver und komplexe Vorgänge erleichtert. Nutzer sind heute deutlich offener für KI als noch vor einem Jahr. Große Potenziale erwarten wir in den nächsten Jahren vor allem in den Bereichen Büroarbeit und Werkstattplanung. Hier sind von unserer Seite weitere tiefgreifende Plattform-Updates in Vorbereitung. ___Vielen Dank für unser Interview!___
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