2026-01-28T11:43:31+0000

Für mehr Sicherheit: „Rekalibrierung nach dem Scheibentausch wird immer komplexer“

Mit dem Übergang vom teil- zum hochautomatisierten Fahren gewinnen Fahrerassistenzsysteme weiter an Bedeutung. Kameras und Sensoren übernehmen zunehmend sicherheitsrelevante Aufgaben – etwa beim Spurhalten, Notbremsen oder der Verkehrszeichenerkennung. Entsprechend steigt die Relevanz einer fachgerechten Rekalibrierung nach dem Austausch der Windschutzscheibe. Im Videointerview erläutert Thomas Lottko, ADAS-Experte bei Carglass, warum hier kein Spielraum für Abweichungen besteht. ## Kleine Abweichung, große Wirkung „Ein gutes Assistenzsystem kann auch nur so gut funktionieren wie eine korrekte Rekalibrierung und ein exakter Einbau der Windschutzscheibe“, betont Thomas Lottko. Bereits minimale Abweichungen können gravierende Folgen haben. So kann ein Kameraversatz von nur einem Grad laut dem Experten dazu führen, dass das System Objekte auf 100 Meter Entfernung um bis zu zwei Meter falsch berechnet. „Im schlechtesten Falle wird das System dann nicht korrekt reagieren oder – noch schlimmer – gar nicht reagieren“, so der ADAS-Experte. Gerade vor dem Hintergrund, dass Assistenzsysteme immer häufiger aktiv in das Fahrgeschehen eingreifen, wird deutlich, wie entscheidend präzises Arbeiten nach dem Scheibentausch ist. Die Einhaltung der Herstellervorgaben bildet dabei die zentrale Grundlage für eine zuverlässige Funktion der Systeme. ## Zunehmende Komplexität erfordert klare Standards Mit der wachsenden Modellvielfalt und den unterschiedlichen technischen Ausprägungen der Fahrerassistenzsysteme steigen auch die Anforderungen an die Rekalibrierung. Je nach Hersteller und Fahrzeug kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz, die exakt einzuhalten sind. Thomas Lottko verweist auf Beispiele wie den Hyundai Kona SX2, bei dem eine zweistufige statische Rekalibrierung notwendig ist: „Hier werden zwei unterschiedliche Abstände abgefragt, die exakt nach Herstellervorgaben einzuhalten sind.“ Um dieser Komplexität gerecht zu werden, setzt Carglass auf standardisierte Prozesse und eine enge Verzahnung von Technik, Training und fachlichem Support. Dazu zählen unter anderem ein zentraler ADAS-Support für den Arbeitsalltag, sogenannte hauseigene Technical Coaches sowie strukturierte Schulungsprogramme, die sowohl Grundlagen als auch fahrzeugspezifische Besonderheiten abdecken. ## Einheitliche technische Voraussetzungen bundesweit Neben dem Know-how der Mitarbeitenden spielen natürlich auch die technischen und räumlichen Voraussetzungen eine entscheidende Rolle. Für eine fachgerechte Rekalibrierung sind unter anderem definierte Lichtverhältnisse und geeignete Kalibriertools erforderlich. Diese Vorgaben orientieren sich strikt an den Anforderungen der Fahrzeughersteller. Lottko betont, dass alle Carglass Service Center deutschlandweit entsprechend ausgestattet sind: Sowohl für statische als auch für dynamische Rekalibrierungen stehen die notwendigen Systeme zur Verfügung, sodass unterschiedliche Fahrzeugkonzepte zuverlässig abgedeckt werden können. ## Dokumentation als integraler Bestandteil des Prozesses Nicht zuletzt gewinnt auch die lückenlose Dokumentation der durchgeführten Arbeiten an Gewicht. Jede Rekalibrierung wird deshalb bei Carglass systemseitig erfasst und protokolliert. „Ganz klar zu sehen ist: erfolgreich rekalibriert – inklusive aller Details, nach welchen Vorgaben gearbeitet wurde.“ Der dokumentierte Nachweis ist fester Bestandteil des Prozesses – und zugleich Ausdruck eines klaren Qualitätsanspruchs. Dieser Nachweis wird durch ein IT-System automatisch auf eine erfolgreiche Rekalibrierung geprüft und an das System zur Fakturierung weitergeleitet. „Bei uns geht kein Fahrzeug unkalibriert raus“, stellt der ADAS-Experte unmissverständlich klar. ## Fachwissen als Schlüssel zur Sicherheit Angesichts der rasanten technologischen Entwicklung ist für Thomas Lottko klar, dass der Austausch und die Rekalibrierung moderner Fahrzeugscheiben ein hohes Maß an Spezialisierung erfordern. Laufende Weiterentwicklung, intensive Auseinandersetzung mit Herstellervorgaben und eigene technische Prüfungen seien dabei unerlässlich. „Es ist wichtig, sich sehr gut mit den Herstellervorgaben auseinanderzusetzen und sich jederzeit an diese zu halten – das ist entscheidend für die Sicherheit der Kunden“, fasst er zusammen.