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2026-01-14T10:28:14+0000

„Stillstand ist keine Option“ – warum Sergej Wasiljew den Mut zur Veränderung lebt

Sergej Wasiljew ist Unternehmer mit Herzblut. Wer seine Geschichte hört, kann nicht anders, als den Hut zu ziehen vor dem 44-jährigen vierfachen Familienvater, der aus einer kleinen Hobbywerkstatt ein erfolgreiches Unternehmen entwickelt hat. Mehr als drei Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet der Betrieb mit den zwei Standorten im hessischen Weilburg und im nahegelegenen Solms heute. Dass es dazu gekommen ist, verdankt Sergej Wasiljew zwei Dingen: Zum einen seiner Entscheidungsbereitschaft als Unternehmer. Zum anderen dem Beitritt zum Franchise-System Fix Auto vor etwas mehr als fünf Jahren. Denn erst im vergangenen Dezember hat er die Zusammenarbeit mit dem Netzwerk verlängert. ## Von der Hobby-Werkstatt zum professionellen Unternehmen Angefangen hat alles 2003 in einer Hinterhof-Werkstatt in Weilmünster. „Unternehmen konnte man das damals eigentlich nicht nennen“, meint Sergej Wasiljew rückblickend. „Das war eine kleine Hobbywerkstatt – ohne Meisterbrief, ohne echte Struktur.“ Doch genau dieses Provisorium wurde für ihn zum Antrieb. Der Umzug an die Frankfurter Straße in einen ehemaligen Lidl-Markt in Weilburg war nicht nur ein Standort- sondern im Grunde auch ein Imagewechsel. „Ich wusste: Wenn wir ernst genommen werden wollen, müssen wir sichtbar sein“, erklärt der Unternehmer im schaden.news-Gespräch. Damals ließ ihn nichts zweifeln – auch nicht mehrere Absagen von Schadensteuerungen. Sergej Wasiljew versuchte es immer wieder. „Aufgeben war nie eine Option.“ ## Ein mutiger Schritt 2015 folgte eine Entscheidung, die vieles veränderte. Um die Anforderungen der Schadensteuerer zu erfüllen, machte der Familienvater und Kfz-Meister innerhalb kürzester Zeit einen zweiten Meistertitel im Karosseriebau. Drei Monate Vollzeit-Ausbildung, fernab von Betrieb und Familie. „Ich habe meine Frau gefragt: Schaffst du das drei Monate ohne mich? Sie hat gesagt: Wir müssen.“ Als er zurückkehrte, war zwar im Betrieb vieles schiefgelaufen. „Da habe ich gemerkt, was passiert, wenn man zwar Verantwortung trägt, aber nicht wirklich da ist.“ Sergej Wasiljew sucht den direkten Kontakt zu verärgerten Kunden. „Ich bin hingefahren, habe mich entschuldigt und die Situation erklärt. Viele fanden meine Offenheit gut und sind geblieben – bis heute.“ ## Zukunft liegt in der Gemeinschaft Die Belastung im Werkstattalltag blieb jedoch hoch. Rückblickend spricht Sergej Wasiljew im Interview offen über eine Zeit, in der nichts mehr ging. Oft war er gereizt. Doch dann ist ihm klar geworden, „dass es wichtigere Dinge gibt als sich über jede Kleinigkeit aufzuregen.“ Familie und die eigene Gesundheit rückten stärker in den Mittelpunkt. In diese Zeit fielen die ersten Gespräche mit Fix Auto Deutschland-Chef Roy de Lange sowie mit anderen Betrieben, die dem Franchise-System damals schon angehörten. Und schließlich kam es am 1. Dezember 2020 zur Vertragsunterschrift. Die Entscheidung für das Franchise-System Fix Auto fiel nicht aus Bequemlichkeit, sondern aus Weitsicht. „Alleine als Einzelgänger überstehst du das irgendwann nicht“, erklärt Sergej Wasiljew. „Wenn du weniger verdienst, kannst du weniger investieren – und dann bist du raus.“
Entscheidend sei gewesen, in die Zukunft zu denken. „Was ist in fünf oder zehn Jahren? Bin ich dann noch da?“ ## Wachsen durch Loslassen Heute arbeitet der Betrieb Fix Auto Weilburg mit deutlich klareren Strukturen und weniger produktivem Personal erfolgreicher denn je. Sergej Wasiljew selbst ist seltener vor Ort – bewusst. „Sicher würde ich einiges anders als meine Mitarbeiter lösen“, erklärt er. „Aber genau das will ich nicht mehr.“ Viel Verantwortung liegt heute bei seinen Betriebsleitern. Entscheidungen dürfen anders ausfallen als seine eigenen. „Wenn ich mir jedes Mal denke, ‚warum machen die das nicht so wie ich?‘, dann lasse ich nie los“, weiß er. ## „Unternehmertum heißt Vorangehen“ Das Beispiel zeigt: Für Sergej Wasiljew beginnt Unternehmertum beim eigenen Verhalten. „Wenn ich will, dass meine Mitarbeiter mitziehen, muss ich vorleben, dass ich bereit bin, Neues zu lernen.“ Veränderung bedeute nicht Kontrollverlust, sondern Vertrauen. „Heute kümmere ich mich nicht mehr um den ganzen Kleinkram – und genau das gibt mir Freiheit, den Betrieb auf unternehmerischer Ebene weiter voranzubringen.“ Und genau deshalb ist Stillstand ist für ihn keine Option. „Denn wer nicht bereit ist, sich selbst zu verändern, wird den Markt nicht überholen – sondern von ihm eingeholt.“