2026-01-07T08:59:53+0000

Weiterbildung im Wandel: KTI strukturiert Karosserie-Trainings neu

Das Kraftfahrzeugtechnische Institut (KTI) hat sein Schulungsangebot für 2026 umfassend neu strukturiert. Die Trainings führt das Institut im Auftrag der TAK – Akademie des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes sowie des Zentralverbands Karosserie- und Fahrzeugtechnik (ZKF) durch und richtet sie an Werkstattfachkräfte, Sachverständige und zunehmend auch Quereinsteiger. Neben inhaltlichen Anpassungen hat das KTI mehrere Kursformate neu gegliedert, um unterschiedlichen Vorkenntnissen besser gerecht zu werden und aktuelle technische Entwicklungen abzubilden. Trainingsleiter Detlef Wedemeyer betont im Gespräch mit schaden.news, dass der Markt zuletzt deutlich heterogener geworden ist und Weiterbildung zunehmend zielgerichtet erfolgen müsse. ## Zweiteilung bei Ausbeultrainings soll unterschiedliche Vorkenntnisse besser berücksichtigen Der Lehrgang „Effiziente Anwendung von Außenausbeulsystemen“ wird im neuen Jahr in einen Grundlagenkurs für Einsteiger und einen Aufbaukurs für erfahrene Karosseriebauer getrennt“, erklärt Detlef Wedemeyer. „Mit dieser Aufteilung, die auch aus Wünschen und Anregungen vieler Teilnehmer entstanden ist, wollen wir allen Teilnehmern ermöglichen, ihre Fähigkeiten bedarfsgerecht zu erweitern und ausreichend Übungszeit für die verschiedenen Bearbeitungstechniken zu erhalten.“ Beide Kursvarianten vermitteln praxisorientierte Inhalte und werden zudem regelmäßig an neue Fahrzeugstrukturen angepasst. ## „Richten, Trennen, Fügen“ ab sofort dreistufig aufgebaut Auch beim Lehrgang „Richten, Trennen, Fügen“ gibt es strukturelle Veränderungen. Das bisher zweigeteilte Trainingsformat besteht künftig aus drei Modulen, die aufeinander aufbauen. „Mit der Aufteilung reagieren wir auf die Entwicklung im Unfallreparaturmarkt. In diesem Jahr hat sich verstärkt gezeigt, dass der Wissensstand der Teilnehmer teils stark variiert. Inzwischen besuchen auch immer mehr Quereinsteiger unsere Trainings. Diese holen wir ab 2026 mit dem ersten Modul ab, um sie mit dem nötigen Grundlagenwissen auszustatten.“ Im zweiten Modul stehen die modernen Fügetechniken Kleben, Nieten und Schrauben im Mittelpunkt. Das dritte Modul beschäftigt sich mit der Strukturinstandsetzung und der Reparatur tragender Bauteile. Die Erweiterung soll sicherstellen, dass Teilnehmer je nach Erfahrungsstand einsteigen und sich bedarfsgerecht weiterqualifizieren können. ## Neue Bedeutung der Klebetechnik führt zu eigenständigem Lehrgang Mit einem neuen zweitägigen Seminar rückt das KTI das Thema Klebetechnik noch stärker in den Vordergrund. Der Werkstattleiter hebt die Relevanz der Reparaturtechnik hervor: „In neuen Fahrzeugen sind wesentlich mehr Klebeverbindungen enthalten als das früher der Fall war, die Klebetechnik ist jedoch speziell und muss erlernt werden. Nicht umsonst gibt es beispielsweise in der Industrie zertifizierte Klebepraktiker oder Klebefachkräfte. Das Thema Kleben wird im Karosseriebau immer wichtiger und mit diesem Kurs vermitteln wir die Grundlagen sowie den richtigen Umgang.“ Der neue Lehrgang konzentriert sich ausschließlich auf Klebeverfahren und vermittelt praxisnahe Abläufe sowie die korrekte Verarbeitung verschiedener Klebstoffsysteme. Insbesondere ist auch die Teilersatzreparatur von Sandwichplatten mittels Klebetechnik ein wichtiges Thema in dieser Schulung. ## Hohe Nachfrage beim neuen HV-Batterie-Kurs Bereits seit letztem Jahr im Programm ist der Kurs zum Umgang mit Batterien beschädigter Hochvoltfahrzeuge. Die Nachfrage ist ungebrochen hoch, der nächste Termin im Januar war bereits frühzeitig ausgebucht. Wie Detlef Wedemeyer im Gespräch mit schaden.news hervorhebt, erreicht der Kurs eine breite Zielgruppe – von Werkstattmitarbeitern über Sachverständige bis hin zu Abschleppdiensten. Das Training deckt unter anderem sicherheitsrelevante Abläufe, Gefährdungsbeurteilung und den korrekten Umgang mit beschädigten HV-Energiespeichern ab.