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2024-03-27T10:04:23+0000

Wirtschaftliche Lage gut, doch Rendite bei Hälfte der Betriebe nicht zufriedenstellend

Kosten, Auslastung, Rendite: Wie sind Deutschlands K&L-Betriebe wirtschaftlich aufgestellt? Das wollte schaden.news kürzlich in einer Konjunktur- und Stimmungsumfrage von den Werkstätten wissen. Mehrere hundert Betriebe haben sich daran beteiligt, davon vier Fünftel Partnerbetriebe und ein Fünftel Unternehmen, die ohne gesteuerte Schäden arbeiten. ## Wirtschaftliche Lage in vielen Betrieben gut Wie ist also die Stimmung in den Werkstätten? Nach einer Bewertung in Schulnoten scheint diese grundsätzlich ganz gut zu sein. Insgesamt gaben fast die Hälfte der Befragten an, dass die wirtschaftliche Lage in ihrem Betrieb sehr gut oder gut (Note 1 oder 2) sei. Ein knappes weiteres Drittel meinte, die Lage sei zumindest befriedigend (Note 3). 17 Prozent vergaben die Note 4. Nur für insgesamt 7 Prozent ist die Lage schlecht oder sehr schlecht. ## Rendite erwirtschaftet – doch nicht zufriedenstellend Ebenfalls ein positives Zeichen – zumindest auf den ersten Blick: Der Großteil der Betriebe hat im Gesamtjahr 2023 Rendite erwirtschaftet. Diese Frage beantworteten 92 Prozent mit Ja. Doch auf den zweiten Blick zeigt sich: Ganz so rosig ist die Lage dann doch nicht. Denn nur für knapp die Hälfte dieser 92 Prozent war die erbrachte Rendite auch zufriedenstellend. ## Fast zwei Drittel der Werkstätten arbeiten unter Volllast Im Verlauf der Umfrage zeigte sich, dass vor allem das Spannungsfeld zwischen hoher Auslastung und Fachkräftemangel sowie der hohe Kostendruck die Gewinne in den Werkstätten schmälert. So zeigte sich, dass die Vollauslastung gerade in den Partnerwerkstätten so hoch ist wie noch nie – 63 Prozent der Befragten gaben an, dass sie unter Volllast arbeiten. Zum Vergleich an dieser Stelle noch Zahlen der schaden.news-Langzeiterhebung zur Auslastung: Anfang 2020, also noch vor der Corona-Pandemie, waren gerade einmal 30 Prozent der Betriebe voll ausgelastet. Seit 2022 wächst die Zahl stetig. ## Es fehlen die Fachkräfte Auf der anderen Seite beklagen die Werkstätten, dass ihnen die Fachkräfte fehlen. Demnach sehen sich zusammengerechnet fast die Hälfte aller Befragten stark oder sehr stark vom Fachkräftemangel betroffen. Mäßig stark betroffen sieht sich knapp ein Drittel. Lediglich 20 Prozent der Werkstätten haben laut den Umfrageergebnissen kaum oder gar kein Problem mit dem Fachkräftemangel. Zudem gaben 80 Prozent der befragten Betriebe an, dass sie derzeit auf der Suche nach neuen Mitarbeitern sind. ## Kostendruck belastet Großteil der Betriebe Wie stark belastet Sie die aktuelle Kostensituation in Schulnoten? Auch das wollte schaden.news im Rahmen der Konjunkturumfrage wissen. Es zeigt sich: Von der Kostensituation gar nicht oder kaum belastet sind nur wenige Betriebe – die Note 1 oder 2 vergaben insgesamt nur 13 Prozent. Der überwiegende Teil, nämlich zusammengerechnet 47 Prozent, empfinden den Kostendruck als mittelmäßige Belastung (Note 3 oder 4). Stark oder sehr stark belastet (Note 5 oder 6) fühlen sich knapp 40 Prozent, also weit mehr als ein Drittel aller befragten Betriebe. ## Werkstätten sind noch liquide Dabei scheint es aber um die Liquidität, also die tatsächliche Zahlungsfähigkeit, gar nicht so schlecht zu stehen. Mehr als die Hälfte der Befragten gaben an, dass ihre Liquidität momentan gut oder sogar sehr gut sei. Knapp ein Drittel der Werkstätten vergab bei dieser Frage die Note 3 oder 4. Lediglich knappe 11 Prozent meinten, sie seien fast gar nicht oder gar nicht liquide. ## Zahlungsgeschwindigkeit großer Auftraggeber in der Kritik Was aber eine Vielzahl der Werkstätten – auch im Freitextfeld am Schluss der schaden.news-Umfrage – bemängelten, war die Zahlungsmoral der großen gewerblichen Auftraggeber, wie Kfz-Versicherer, Schadensteuerer oder Leasingunternehmen. So zeigten sich rund zwei Drittel der Befragten mit der Zahlungsgeschwindigkeit der Auftraggeber nicht zufrieden. ## Stundensatzerhöhung fast überall bereits erfolgt Die Preise müssen also rauf. Das hat ein Großteil der befragten Betriebe bereits erkannt: Laut schaden.news-Umfrage haben rund 98 Prozent aller Betriebe den Stundensatz in diesem Jahr bereits erhöht oder haben es in den kommenden Wochen vor.