2026-05-27T09:25:10+0000

Sicherheit hat ihren Preis

Moderne Fahrerassistenzsysteme sollen Unfälle verhindern. Doch zur Realität gehört auch: Mit jeder zusätzlichen Kamera, jedem Radar- und Lidarsensor steigen Aufwand, Komplexität und Kosten in der Unfallschadenreparatur. Der klassische Blechschaden verschwindet zunehmend – stattdessen reparieren Betriebe heute rollende Computersysteme. [Eine aktuelle Studie des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) bringt die Entwicklung auf den Punkt](https://schaden.news/de/article/link/45065/gdv-prognose-trotz-fas-bleibt-einspareffekt-bei-reparaturkosten-aus): Moderne Sicherheitssysteme senken zwar langfristig die Zahl schwerer Unfälle. Gleichzeitig aber fressen Inflation, teure Ersatzteile und hochkomplexe Reparaturprozesse die Einsparungen bis 2040 nahezu vollständig wieder auf. Heißt konkret: Weniger Crashs bedeuten längst nicht automatisch sinkende Schadenkosten. Warum das so ist, erklärt auch Helge Kiebach in unserer neuesten Podcast-Folge eindrücklich. In dem rund 40-minütigen Expertentalk beschreibt der Geschäftsführer des Kraftfahrzeugtechnischen Instituts, wie sensibel moderne Fahrerassistenzsysteme inzwischen reagieren und wie anspruchsvoll die Rekalibrierung ist. Bereits minimale Abweichungen können darüber entscheiden, ob ein Notbremsassistent korrekt eingreift – oder eben nicht. Fakt ist: Hinter Stoßfängern sitzen heute hochsensible Radarsensoren, Windschutzscheiben werden zu sicherheitsrelevanten Bauteilen und selbst vermeintliche Bagatellschäden ziehen aufwendige Kalibrierprozesse nach sich. Aus dem Teiletausch wird Hightech-Arbeit. Gleichzeitig wächst der Druck durch neue Fahrzeughersteller und immer kürzere Innovationszyklen. Für Werkstätten bedeutet das, massive Investitionen in Equipment, Schulung und Datenzugänge. Die Sicherheit hat ihren Preis. Die Frage ist, ob alle bereit sind, diesen zu zahlen…
Carina Hedderich